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Bitte nicht am falschen Ende sparen

05.02.2010

Gerade mit Kleinigkeiten kann man punkten, meint Hildegard Dorn-Petersen

„Reisende von heute setzen einen gewissen Komfort voraus, den sie auch zu Hause haben.“

Der tägliche Bedarf des wohlhabenden, an Komfort gewöhnten Reisenden wird mit 20–25 fr., bei längerem Aufenthalt an demselben Ort mit 10–15 fr. zu veranschlagen sein. In Begleitung von Damen zahlt man durchgängig mehr.“ So war es in dem 1903 in Leipzig erschienen „Baedeker“ zu lesen. Dazwischen liegen über 100 Jahre, und nicht nur das Budget, sondern auch das Reiseverhalten und die -Motive haben sich verändert.

Erwartungshaltung erfüllen
Während seinerzeit so mancher im Hotel zum ersten Mal in eine Badewanne stieg, setzt der Reisende von heute einen gewissen Komfort voraus, den er auch zu Hause hat. Im Urlaub sucht er andere Dinge: Emotionen, Erlebnisse, oder es sich einfach gut gehen lassen. Wer sich für ein Hotel der 4-Sterne-Kategorie entscheidet, möchte eines bestimmt nicht: dass er es in den Ferien schlechter antrifft als zu Hause.
Daher die dringende Bitte aus meiner langjährigen Beratererfahrung: Sparen Sie nicht am falschen Ende! Gerade die vermeintlichen Kleinigkeiten sind es, die negativ punkten: das Betthupferl, das gegenüber dem Vorjahr fehlt, ein- oder zweilagiges Toilettenpapier, die Einheits-Schmierseife, die neben dem Waschbecken auch in den Dusch-dispenser gefüllt wird oder schlechte Energiesparlampen, die in der Nachttischlampe ein Lesen im Bett kaum möglich machen. Dabei hatte man sich doch gerade im Urlaub auf die Lektüre gefreut.

Kleine Gesten kosten nichts
Dabei müssen wir nicht immer von Wareneinsatz sprechen, an dem gespart wird. Zuhören beispielsweise kostet gar nichts – außer ein wenig Zeit. Und die sollten die Gästen Ihnen doch wohl wert sein. Ganz gleich ob Wirt oder Hotelier, ob Inhaber oder angestellter Direktor: Wer mit einem wachen Blick und offenen Ohren morgens und abends durchs Restaurant geht oder sich am Abreisetag länger im Foyer aufhält, kann richtig Geld verdienen! Er kann kleine Fehler und Pannen gleich beheben, bevor aus der Maus ein Elefant wird. Er spart am Beschwerdemanagement und vermeidet die Abwanderung von (Stamm-)Gästen. Und nicht zuletzt spart er auch noch den Druck und Versand teurer Prospekte, wenn Kunden gleich fürs nächste Jahr wieder buchen.
Der Rundgang mit einem freundlichen Neujahrsgruß beim Frühstück am 1. Jänner sollte für jedermann mit Führungsverantwortung Pflicht sein. Und wenn man dann neben den Honneurs nebenbei noch feststellt, dass die Bestückung des Katerfrühstücks überraschend dürftig ist, weil die Küche an diesem Morgen noch nicht so in Form (oder schlecht informiert) war, kann man schnell persönlich eingreifen. Ist das Gegenteil der Fall, helfen auch die Freundlichkeit und der Charme der langjährigen Mitarbeiter nichts.

Gut aufgestellt für 2010
Das letzte Jahr war nicht einfach. Die Finanz- und Wirtschaftskrise und die rückläufige Konjunktur haben für mehr oder minder hohe Einbußen gesorgt und so manchem die Sorgenfalten auf die Stirn gezeichnet. Was sind meine unternehmerischen und familiären Ziele? Welche neuen Wege kann ich gehen? Lohnt es sich, zu investieren? Dies sind richtungsweisende Fragen, die sich manchmal nicht von heute auf morgen beantworten lassen. Gut, wenn man die Antwort nicht alleine suchen muss, sondern dem Rat von erfahrenen und unabhängigen Fachleuten vertrauen kann. Gerade deshalb sollten sie an guter Beratung nicht sparen.
Mancher Planungsfehler lässt sich später nur noch mit einem hohen Kostenaufwand korrigieren, und das vom Hersteller hoch gepriesene Gerät erweist sich für Ihre Küche als völlig überflüssig. Im Gegenzug lässt sich mit einfachen Verbesserungen im Betriebsablauf wieder Geld sparen. Berater Ihres Vertrauens finden Sie unter anderem unter www.fcsi.at

PS: Die geschilderten Sparmaßnahmen sind in ihrer Häufung nicht rein zufällig, sondern meinem Winterurlaub in einem 4-Sterne-Haus im Gasteiner Tal entnommen.


Hildegard Dorn-Petersen (www.spa-hotel-consult.de) berät mittelständische Hotels mit Angebotsschwerpunkt Wellness im deutschsprachigen Raum. Sie ist Vorstandsmitglied im FCSI Deutschland-Österreich e.V. und betreut die Bereiche Marketing und Presse.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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