Direkt zum Inhalt
 © Wirtschaftsverlag © Wirtschaftsverlag © Wirtschaftsverlag

„Bitte noch ein Glaserl für mich!“ Was an der Schank am besten läuft

02.03.2019

„Trinkanimo“ mag kein schönes Wort sein. Aber es zeichnet die besten Weine für den glasweisen Ausschank aus. Und es ist ein Prädikat für einen der heimlichen „Süffigkeits-Könige“ – den Muskateller

Darf man eine Wein-Geschichte mit dem Hinweis auf Bier beginnen? Wir versuchen es einmal; denn ein großes Problem der „Craft Beer“-Szene und ihres Lieblings, Imperial Pale Ale (IPA), stellt dessen kaum vorhandene Akzeptanz im Wirtshaus dar. Der Tenor vieler Gäste lautet: „Eh interessant, aber ich mag kein zweites davon.“ Es geht um die „Drinkability“, wie es Brauer gerne nennen, zu Deutsch: „Trinkspaß“. Womit wir beim Wein wären, denn das Schankachtel weist – bei allen Unterschieden von Lokalen, Gäste-Vorlieben und verwendeter Rebsorten – stets eine Qualität auf: Man will gerne noch ein weiteres trinken! Was nach einer Selbstverständlichkeit klingt, stellt für die Winzer aber eine schwierige Gratwanderung dar. Aromatisch unterfordert will man mit dem günstigen Glas Wein nicht sein. Im Gegenteil, es soll „viel Wein fürs kleine Geld“ ausgeschenkt werden.

Zum anderen aber steckt der Alkohol die kellertechnischen Grenzen ab, denn ein Schankwein mit 14 % hat es schwer mit der Akzeptanz. Auch wenn die Viertel-Trinker aussterben: Mehr als ein Glas darf es an der Schank schon werden. Speziell, wenn auf eine Runde eingeladen wird und man die Geste erwidert.

Der Klimawandel macht es den heimischen Weinbauern dabei nicht leicht. Weine mit 12,5 % Alkohol wären ideal, doch so viele davon gibt es nicht. Zumal volle Traubenreife auch höheren Alkohol bedingt, womit für die Winzer auch der Wettlauf um Säure und Knackigkeit beginnt.

Fruchtig, aber nicht kitschig

Balance lässt sich nämlich als zweites Kriterium festmachen, das ein glasweise ausgeschenkter Wein, Roter ebenso wie Weißwein, mitbringen sollte.

Das zeigt sich ganz besonders bei den „schmeckerten“ Sorten wie Muskateller, Traminer oder (relativ neu als pilzresistente Züchtung in Österreichs Weingärten) Muscaris. Sie mögen von Wein-Snobs gerne als „Spaßweine“ abqualifiziert werden, doch genau der Trinkspaß macht sie im Idealfall so beliebt in der Gastronomie. Unkompliziert und fruchtig sind die duftigen Weine dann am Gaumen. Allerdings: Saftigkeit wünscht man sich speziell von diesen Sorten, ein „Safterl“ ohne Spannung soll es dann aber keinesfalls sein.

Wo Sie Trinkanimo mit Balance vereint finden, erkostete die ÖGZ-Jury im fast schon traditionellen „Schankl & Schmeckat“-Test. Die Ergebnisse finden Sie auf dieser und den Folgeseiten!

Autor/in:
Roland Graf
Werbung

Weiterführende Themen

Gastronomie
12.03.2020

Ungewöhnlich im globalen Spirituosen-Markt: Die Qualität bei den ­Agaven-Bränden steigt. Tequila und Mezcal füllen nun die Cocktailgläser

Die zehn Testerinnen und Tester verkosteten die acht Eisproben gewissenhaft.
Gastronomie
10.03.2020

Schülerinnen und Schüler der Tourismusschule in der Wiener Bergheidengasse ­testeten mit uns Vanilleeis für die Gastronomie in einem Blindtest.

Cafe
26.02.2020

Sie können Ihren Kaffee ruhig mal einer sensorischen Überprüfung unterziehen und mit neuen Sorten ­vergleichen – vielleicht auch gemeinsam mit Ihren Gästen? Dazu muss man kein Sommelier sein.

Gastronomie
10.01.2020

Gastronomen aufgepasst: Die Handelsabteilung der französischen Botschaft in Österreich lädt zu einer Verkostung ein. 16 Französische Winzer und Négociants präsentieren ihre Weine und Champagner. ...

Gruppenbild mit Schülern in der Berufsschule für Gastgewerbe in der Wiener Längenfeldgasse. Stehend (v. l.): Ludwig Mühlhofer (Stieglbrauerei), Christoph Scheriau (Raschhofer),  Robert Raidl (Berufsschule Längenfeldgasse), Reinhard Bayer (Stift Schlägl). Sitzend (v. l.): Heinz Wasner (Brauerei Zwettl), Andreas Urban (Schwechater Brauerei, Juryvorsitzender), Nicole Wassermann (Bräu am Berg), Michael Göpfart (Brauerei Murau).
Gastronomie
05.12.2019

Der diesjährige ÖGZ-Biercup stand im Zeichen des Gastro-Lieblings „Bockbier“. Auch heuer wieder saßen Braumeister in der Jury und kosteten sich durch die eingesandten Proben.

Werbung