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„Blauer Montag“ statt Zweigelt? Eher eine Kunstaktion

11.12.2018

Das erste Lokal, das die bekannte Rebsorte Zweigelt als „Blauer Montag“ anbietet, rechnet nicht mit einer Umbenennung. Für den Geschäftsführer handle es sich eher um eine Kunstaktion.

Muss der Zweigelt bald anders heißen? Ein guter Wein brauche einen guten Namen – und nicht den eines Naziverbrechers", mit dieser Forderung hat sich das sogenannte "Institut ohne direkte Eigenschaften" in fast alle Tageszeitungen gebracht.  Schließlich sei Zweigelt ein „glühender Nazi“ und seit dem April 1933 NSDAP-Mitglied gewesen. Die Forderung: Die  Umbenennung der Rotweinrebe Zweigelt in „Blauer Montag“. Doch wie steht es tatsächlich, um Zweigelts NS-Geschichte? Eine wirkliche wissenschaftliche Auseinandersetzung fehlt jedenfalls noch. Auch darum ist man von Seiten „Österreich Wein Marketing“ bedacht, den Ball flach zu halten. „Die Frage, ob am Ende dieses Prozesses ein Umbenennung stehen soll, oder nicht“ soll „erst nach Vorliegen unserer Beiträge und einer sachlichen und ehrlichen Diskussionsphase“ entschieden werden, so Geschäftsführer Wilhelm Klinger.

Kunstprojekt

Bisher haben sich zwei Winzer - Friedl Umschaid aus dem nördlichen Weinviertel und Maximillian Brustbauer aus der Wachau - gefunden, die den Wein künftig unter dem Namen "Blauer Montag" vertreiben. Der erste Gastronomiebetrieb, der den "Blauen Montag"-Wein ab Februar 2019 anbieten wird, ist das Cafe Vindobona in Wien.

Im Gespräch mit der ÖGZ zeigt sich Vindobona-Geschäftsführer und Kabarettist und Albert Schmidleitner überrascht, ob der großen Aufregung um das Thema. Er dachte sich einfach: warum nicht einfach ausprobieren? „Ich rechne nicht, dass der Zweigelt tatsächlich bald umbenannt werden wird. Es machen derzeit ja nur  zwei Winzer mit. Für mich ist das eher ein Kunstprojekt, um auf die Herkunft des Namens aufmerksam zu machen“, so Schmidleitner.

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