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Blauer Rauch und Feuerwasser

31.03.2006

Eine edle Zigarre und eine hochwertige Spirituose sind ein perfekter Digestif – wenn man weiß, welche Kombinationen harmonieren.

Eine hochwertige, handgerollte Zigarre und eine edle Spirituose sind traditionelle Kulturgüter eines Landes und werden von Aficionados in der Geschmacks-Kombination besonders geschätzt. Klassische Begleiter einer kräftigen Zigarre aus Kuba oder der Dominikanischen Republik sind die dort beheimateten Rums, aber auch Klassiker wie Brandy, Port, Sherry, Tequila oder Whisky. Immer beliebter werden in letzter Zeit so genannte Zigarren-Destillate – eine innovative Version von besonderen 100%-Destillaten. Konzipiert und definiert von Wolfram Ortner Anfang der 1990er-Jahre, sind sie auf die speziellen Anforderungen von Zigarren-Liebhabern ausgerichtet.
Was ist das Besondere an einem Zigarren-Destillat? Diese Bezeichnung gebührt längst nicht allen Destillaten, die sie – wie man vielleicht annehmen könnte – allein durch hohen Alkoholgehalt und Fasslagerung in Anspruch nehmen wollen (schon gar nicht, wenn dies als „Rettungsaktion“ eines nicht so geglückten Brandes eingesetzt wird). Dazu gehört einiges mehr.
Nur aus einem perfekten Grundprodukt kann auch ein reizvolles Zigarren-Destillat gebrannt werden. Die Auswahl der richtigen Obstsorten beziehungsweise Grundmaterialien bleibt dem Destillateur vorbehalten und ist von großer Bedeutung. Die Vielfalt bei Zigarren-Destillaten reicht vom duftigen Orangenblüten-Muskateller über den Klassiker Zwetschke oder charaktervolle Cuvées aus alten Apfelsorten sowie reizvollen Wildfrüchten bis zum Getreide- oder Bockbierbrand.

Unterschiedliche Konzepte
Diese Beispiele zeigen, wie unterschiedlich diese trendigen Destillate von der Idee und Konzeption sein können – eines müssen sie gemeinsam haben: Die hohen Erwartungen erfüllen, die Kenner und Aficionados stellen: Reife, Süße, Dichte, Komplexität und Charakter.
Der besondere Reiz dieser Spezialitäten am Edelbrandsektor ist ihre Harmonie aus Frucht und Holz sowie eine feine Süße, die ohne Zuckerzugabe bei der Destillation zustande kommt. Damit wird die Aromatik des Tabaks noch unterstützt.
Diese Harmonie entwickelt sich vor allem durch den Ausbau und die Reifung in Barriques, bis die Sekundäraromen voll zur Entfaltung gelangen. Das Ergebnis sind besondere Destillate mit einem „Rückgrat“ von rund 48 % Vol., die durch Eleganz und Eigenständigkeit bestechen. Alkohol, Holz und Fruchtextrakt müssen in Verbindung mit dem „blauen Rauch“ einer Zigarre eine geschmackliche Einheit bilden können – ohne Ecken und Kanten!
Sinn und Zweck des Crossovers „Zigarre meets Zigarrenbrand“ ist ein aufschlussreicher Praxistest, um die Harmonie beider Produkte zu überprüfen:
Leichte Zigarre: Die Samana ist eine leichte, ausgewogene, harmonische Zigarre aus der Dominikanischen Republik.
Mittelkräftige Zigarre: Die CIGAR DÖ WOB, gefüllt mit dominikanischen Tabaken und „umblattet“ mit einem Cameroon-Tabak, ist eine mittelkräftige, besonders aromatische, leicht würzige Zigarre.
Starke Zigarre: Die Toscano hat „Herkunftscharakter“: Der Klassiker aus Italien hat Kraft und einen intensiven Geschmack ohne Ende!
Jede Zigarre wurde von den Teilnehmern zu den neun besten Zigarren-Bränden des „World-Spirits Award 2005“ geraucht – die Wertungen wurden gesammelt und das Ergebnis ist gleich interessant wie aufschlussreich.

Die Zigarren-Destillate:
– Bockbier Holz L2/02, Kostenzer, Achenkirch (Tirol)
– Muskateller Traube 2001 Holz, Hochstrasser, Mooskirchen (Steiermark)
– Weinhefe Holz Reserve 1998, Tinnauer, Gamlitz (Steiermark)
– Zwetschke Holz Reserve 2001, Tinnauer, Gamlitz (Steiermark)
– Kirschbrand Holz 2000, Hochstrasser, Mooskirchen (Steiermark)
– Apfel im Kastanienfass, Schosser, Buchkirchen (Oberösterreich)
– Janos, Vallendar, Kail an der Mosel (Deutschland)
– Weinbrand (Neuburger & Chardonnay), Capovilla, Rosà (Italien)

Die Kombinationsergebnisse
Bockbier Holz: Kostenzers Bockbier ist ein Produkt, das in Verbindung mit der Zigarre sehr divergiert. Starker „Tobak“ setzt dieses Destillat noch besser in Szene. Je stärker der Eigengeschmack der Zigarre, desto harmonischer wirkt das leicht Bittere des Bieres in Verbindung mit dem Holz.
Muskateller Traube Holz: Die Muskattraube ist ein Produkt, mit dem man sich offensichtlich nicht so leicht tut. Der intensive Eigengeschmack verlangt einfach nach Kraft als Partner. Daher passt dieses Destillat am besten zur Toscano: Hier sind Duft und Geschmack beider Produkte harmonisch süß vereint.
Weinhefe Holz Reserve: Die starken Produkte von Franz Tinnauer verlangen nach einer ebenso starken Zigarre. Über 50% Alkohol bringen gebündelte Kraft in Duft und Geschmack. Als Partner sind Zigarren ab der Stärke einer Toscano gefragt.
Zwetschke Holz Reserve: Der Bittermandelton der Zwetschke bringt die notwendige Süße mit, um den hohen Alkohol der Reserve in Verbindung mit der Zigarre in ein harmonisches Spiel zu verwandeln. Wolfram Ortners CIGAR DÖ WOB weiß die Qualitäten dieses steirischen Produktes am besten zu schätzen.
Kirschbrand Holz: Die Schmeichler sind doch die Süßen! Hier ist der zarte Bittermandelton der Kirsche raffiniert in Holz verpackt und macht den Brand zum Allrounder: Das harmonische Geschmacksbild steigert sich von einer leichten bis hin zu einer kräftigen Zigarre.
Apfel im Kastanienfass: Apfeldestillate lieben das Weiche, Angenehme und Harmonische. Die zarte Frucht des Apfels in Verbindung mit dem Holz wird von einer leichten Zigarre aufgewertet, doch von einer kräftigen wie ein zartes Pflänzchen „niedergetrampelt“.
Janos: Vallendars Rieslingbrand ist ein sehr starkes, eigenständiges Produkt – auf der Suche nach Harmonie hat es allerdings einige Probleme. Für starke Partner – aber auch als Solist – sehr empfehlenswert!
Weinbrand (Neuburger & Chardonnay): Capovillas Weinbrand ist als Zigarren-Begleiter recht gut geeignet – in Verbindung mit einer speziellen Zigarre wird das Raucherlebnis immer Freude bereiten.

www.world-spirits.com
Spirituosen-Zigarren-Kombinationen
– Spirituosen mit zu starkem Eigencharakter bzw. Eigengeschmack sind auch in der Kombination „Eigenbrötler“.
– Fruchtsüße und Holzsüße müssen eine Einheit ergeben, ansonsten werden sie vom Geschmack der Zigarre gestört.
– Geschmackliche Bitterstoffe eines Destillats können störend wirken.
– Zu starke Fruchtsüße – beinahe parfümiert – hat es mit leichten Zigarren schwer, mit kräftigen Zigarren wirkt die Kombination ausgewogen.
– Fehlerhafte oder nicht perfekte Produkte bleiben auch als Zigarren-Destillat das, was sie sind …
– Zu hohe Alkoholgradation kann ein „Harmonie-Killer“ sein.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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