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Bodenständige Weine

02.09.2015

Istrien rückt mit seinen naturnahen und unkonventionellen Weinen immer mehr in den Fokus von Natural-Wine-Fans. Wir waren vor Ort.

Mato Mati? mit den verkosteten Weinen.
Aufgrund seiner Wasserspeicherkraft ist der auch als Kalksteinrotlehm

Text: Bernadette Altenburger

Es gibt wohl kaum ein Weingut in Kroatien, das in den letzten Jahren für mehr Furore gesorgt hat als Roxanich. Die Weine des umtriebigen Unternehmers Mladen Rožani? sind weder aus der kroatischen noch aus der heimischen Top-Gastronomie wegzudenken und nennen sich Super Istrian, Antica oder Milva. Sie sind „unabsichtlicherweise" durch ihren oxidativen Ausbau und der bis zu fünfjährigen Fasslagerung voll im Fokus der Orange-Wine-Bewegung. Hierzulande sorgt vor allem die weiße Multisortencuvée „Ines u bijelom" für Furore. Die Trauben stammen wie die vom autochthonen Teran, dem istrischen Pendant zu unserem Blaufränkisch, von den rötlichen „Terra Rossa"-Böden der Halbinsel Istrien rund um Nova Vas. Der kleine Ort in der Nähe von Pore? befindet sich rund eine Stunde südlich von Triest.

 

Rosés der anderen Art

Besonders die Freunde der roséfarbenen Weine können sich über zwei Spitzenprodukte freuen: zum einen „Les Petites Bulles Istriennes", ein Rosésekt, der drei Jahre lang die klassische Flaschengärung durchlebt hat, und zum anderen „Rosé Vintage", die Interpretation eines stillen Rosés, der laut Vertriebsleiter Mato Mati? durchaus als langlebiger und spezieller Speisenbegleiter gesehen werden darf. Die Rebsorte der beiden Rosés nennt sich übrigens Borgonja, eine mittlerweile seltene Sorte in Istrien, der man auf dem 2005 gegründeten Weingut eine wichtige Rolle einräumt. Sie ist mit Gamay verwandt, die aus dem französischen Beaujolais bekannt ist.

Rund 30 Hektar Weingärten werden nach biodynamischen Prinzipien bewirtschaftet – ohne technischen oder chemischen Schnickschnack. Beim Besuch vor Ort führte uns der junge Kellermeister, der seit Beginn von Roxanich Fine Wine für die Weinbereitung zuständig ist, durch den Betrieb. Bemerkenswert fanden wir den Ausbau in großen Holzfässern. Für Roxanich Standard, während bei uns die Topweine meistens noch in kleinen Fässern reifen.

Nichts mehr reifen muss bei Giorgio Clai in Buje (rund 45 Minuten von Triest), der wie Roxanich zu den bekanntesten Winzern Kroatiens zählt. Bei unserem Besuch war er ausverkauft und konnte leider nur noch drei (bereits geöffnete!) Weine zum Verkosten, aber leider keinen einzigen zum Kauf anbieten. Gut für ihn, schlecht für uns.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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