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Branche besser als ihr Ruf

21.08.2013

92 Prozent der Tourismusmitarbeiter würden ihren Arbeitgeber weiterempfehlen , dies ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts für Grundlagenforschung (IGF) für die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Salzburg.

Neun von zehn Mitarbeitern im Tourismus im Land Salzburg würden Freunden oder Bekannten ihren derzeitigen Arbeitgeber weiterempfehlen. Fast ebenso viele würden sich selbst – noch einmal vor diese Wahl gestellt - wieder für eine Ausbildung im Tourismusbereich entscheiden. „Dieses Ergebnis ist für uns durchaus erfreulich“, kommentiert der Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Albert Ebner, diese Werte. „Jedenfalls widerlegen sie die Aussagen jener, die durch überzogene Kritik in Erscheinung treten.“

Verglichen mit anderen Branchen schneide die Tourismusbranche vergleichsweise gut ab, zieht IGF-Geschäftsführerin Ernestine Depner-Berger Vergleiche zu anderen Wirtschaftszweigen. Allerdings zeigen Detailergebnisse, dass etwa Rezeptionisten mehrheitlich „auf alle Fälle“ wieder ihren jetzigen Beruf ergreifen würden, während bei Köchen dieser Wert nur bei 25 Prozent liegt. Zwischen diesen beiden Werten liegt das Servicepersonal. In Küche und Service sind dafür die Werte für „Würde eher schon wieder eine Ausbildung im Tourismusbereich machen“ deutlich höher. Zwischen den einzelnen Berufsfeldern gebe es deutliche Unterschiede, erläutert Depner-Berger.

Attraktive Aufgaben

An der Spitze der Gründe, warum sich nach Meinung der Mitarbeiter junge Menschen für eine Ausbildung im Tourismus entscheiden liegen mit Werten zwischen 44 und 36 Prozent „attraktiver Job“, „internationale Einsatzmöglichkeiten“, „interessante Aufgaben“ und gute Verdienstmöglichkeiten“. Auf hohe Werte jenseits der 20-Prozent-Marke kommen auch Themen wie die Arbeitsplatz-sicherheit und die Möglichkeit, im Heimatort einen Job zu finden, die Vielseitigkeit der Aufgaben oder das gute Teamwork. Für ein Viertel der Befragten war die geplante Übernahme eines Familienbetriebes die wichtigste Triebfeder. Auch hier ist wieder augenfällig, dass Mitarbeiter im Bereich Rezeption überdurchschnittlich zufrieden sind. Albert Ebner leitet daraus einen Handlungsbedarf in den Berufsfeldern Küche und Service ab. „Ich denke, dass sich jeder Betrieb Gedanken machen sollte, warum die Zufriedenheit hier vielleicht nicht ganz so hoch liegt und wo es bei den einzelnen Punkten Ansätze für eine Verbesserung geben kann.

Die ganze Sparte sei gefordert, das Image in der Öffentlichkeit insgesamt zu steigern. Zwar sehen 78% das Image der Branche sehr positiv (8%) oder positiv (70%), allerdings ist auch fast ein Viertel der Mitarbeiter der Auffassung, dass das Ansehen nicht so groß sei. Vor allem die jüngeren Mitarbeiter und jene, die schon öfter den Job gewechselt haben, sind hier sehr kritisch. Ebner: „Es ist nicht sehr hilfreich, wenn Stereotypen gebetsmühlenartig wiederholt werden. Die Tourismuswirtschaft befindet sich im Wandel und die meisten Betriebe haben erkannt, dass sich das auch auf die Unternehmenskultur niederschlagen muss.“

Betriebsklima ist entscheidend

Die Top 5 bei den Kriterien, die für einen Arbeitgeber sprechen sind gutes Betriebsklima, Verdienst-möglichkeiten, Unterstützung in der Einarbeitungszeit, dass der Job der Qualifikation entspricht sowie die gute Mitarbeiter-verpflegung. Dazu kommt, wie die nachstehende Grafik zeigt, eine Vielzahl an weiteren Punkten, die von Kandidaten für eine Stelle genauer angesehen werden. Für Spartenobmann Ebner ist diese Liste sehr aufschlussreich und sollte für jeden einzelnen Betrieb Anlass sein, sich mit diesen Punkten eingehend zu befassen und individuell zu beurteilen, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Ideen, wie sich die Betriebe verbessern können, werden in den Workshops vermittelt, welche die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in allen Bezirken des Bundeslandes Salzburg abhält. Die nächsten Termine sind im September und Oktober angesetzt. Das Thema „Mitarbeiter finden und binden“ wird auch am Tourismustag ein Thema sein. Diese Veranstaltung findet am 29. Oktober in Saalbach-Hinterglemm statt. Die 9.000 Mitgliedsbetriebe der Sparte erhalten zu den genannten Veranstaltungen individuelle Einladungen.

Jobsuche läuft online

 

Die Umfrage hat ergeben, dass bei der Stellensuche das Internet eine dominante Rolle spielt. Jeder zweite Befragte nennt als primäre Informationsquelle die Online-Stellenbörsen, fast 40 Prozent informieren sich auch über die Karriere-Webseiten der Betriebe, ob es offene Stellen gibt. Eine ganz wichtige Rolle spielt auch das Arbeitsmarkt-service mit 44 Prozent, die Inserate in Tageszeitungen sind für ein Drittel der Jobsuchenden eine primäre Quelle, ebenso häufig werden Empfehlungen von Freunden und Bekannten genannt. Ein gutes Zeugnis wird den dort weitergegebenen Informationen ausgestellt: In über 90 Prozent aller Fälle stimmte das Arbeitgeberversprechen mit der Realität überein. In den wenigen Ausnahmen ging es meist um Arbeitszeiten, Bezahlung oder auch Unterkunft und Verpflegung.

 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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