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Im Burgenland steckt touristisch noch viel Potenzial. Das gilt es zu heben.

Braucht ­das Burgenland mehr Qualität?

20.03.2019

Im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern konnte das Burgenland zuletzt keine Rekordzahlen bei den Nächtigungen vermelden. Woran liegt’s? Und wo liegt noch Potenzial?

Der burgenländische Tourismus könne drei große Trends im Tourismus nicht bedienen, sagte vor kurzem auf einer Pressekonferenz Landesrat Alexander Petschnig: Städtetourismus, die Flucht der Sommerurlauber in die kühleren Berge und schließlich gestiegene Ansprüche. „Dort, wo investiert und ein neues Angebot geschaffen wird, macht sich das in einem Plus bemerkbar“, sagte Petschnig. Er wies auch darauf hin, dass mehrere große Hotels – wie etwa das Kurhaus Marienkron, eine Kuranstalt in Bad Tatzmannsdorf oder zwei Hotels in Jennersdorf – im Winter über mehrere Wochen geschlossen hatten. Allein diese Hotels hätten zusammen einen Ausfall von rund 50.000 Nächtigungen bewirkt. 
Burgenland-Tourismus-Geschäftsführer Hannes Anton sieht noch viel Luft nach oben: „Wir haben ein Riesen-Qualitätsproblem!“ Er wies unter anderem auf „nichtklimatisierte Zimmer“ hin. Es sei ein Investitionsschub notwendig, um mit anderen Bundesländern mithalten zu können.

Kammer widerspricht

Den Vorwurf, es gäbe zu wenige Top-Betriebe in Burgenlands Hotel-Landschaft, will man vonseiten der Wirtschaftskammer Burgenland so nicht stehen lassen. „Es gibt genug Top-Betriebe – bei denen man aber in Zusammenarbeit mit den örtlichen Tourismusverbänden und einer zielgerichteten Produkt- und Angebotsentwicklung die Saison verlängern könnte“, sagt der Geschäftsführer der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft, Franz Perner. „Der Wunsch nach mehr Betten ist natürlich legitim und bringt in der Regel eine Steigerung der Nächtigungen.“ Seit 2001 gibt es rund 2.000 Betten mehr im Burgenland – das ist eine Steigerung von rund elf Prozent der Betten bei einer Steigerung der Nächtigungen um rund 18 Prozent. „Daran erkennt man, dass zusätzliche Betten sicher nicht die einzige mögliche Lösung sind, um bessere Nächtigungszahlen zu bekommen.“ 

Hoffnung Saisonverlängerung 

Der Großteil der burgenländischen Beherbergungsbetriebe sei saison- und vor allem wetterabhängig, daher seien spezielle Angebote in Zusammenarbeit mit Kultur, Kulinarik, Wein und Sport unbedingt nötig, um die Saison zu verlängern und die Auslastung zu steigern. „Hier sind auch die Orts- und Tourismusverbände gefordert, an der Produkt- und Angebotsentwicklung zu feilen, um die Gäste so zu einer längeren Verweildauer zu animieren.“
Einig ist man sich darin, dass mit gezielten Fördermaßnahmen und entsprechenden Angebots- und Produktentwicklungen noch einiges an Potenzial für den burgenländischen Tourismus zu heben wäre. 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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