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Braucht die Welt Nata?

28.09.2016

Eine Franchise-Idee erobert die Welt: Es begann alles 2010 auf der Expo in Shanghai. Dort verkauften ein paar Lissaboner ihr kulinarisch-patriotisches Vorzeigeobjekt: Pastel de Nata.

Das sind diese kleinen Blätterteigküchlein mit Puddingfülle. Kennt jeder, der mal ein Kaffeehaus in Lissabon betreten hat. Das Teil fand in Shanghai reißenden Absatz. Also wurde beschlossen, die Welt mit Natas zu beglücken und ein Franchiseunternehmen unter dem Motto „The world needs Nata“ gegründet. Heute gibt es 32 Filialen in Europa und Asien, davon zwei in Wien. Beide betrieben vom Portugiesen Paulo Fernandes. Der 11 m2 winzige „Kiosk“, wie er das nennt, auf der Landstraßer Hauptstraße besteht seit Anfang 2015, nein, eigentlich schon zehn Monate länger. Aber diese Zeit hat Fernandes gebraucht, um alle Auflagen und auch die Bedenken der Nachbarn aus dem Weg zu räumen – bei vollen Mietzahlungen, versteht sich. 
Aber der Laden brummt – vieles wird to go verkauft. Die Pastels kommen tiefgefroren direkt aus Lissabon. Es gibt auch herzhaft gefüllte Blätterteigtaschen (Empadas) – ebenfalls köstlich. Der Kaffee ist ebenfalls original portugiesisch: Delta Platinum, eine Traditionsmarke. Er wird auch portugiesisch zubereitet zu Galao (Latte) oder Meia de leite (Melange). Seit 2016 gibt’s auch eine Filiale im Donauzen-trum. Die brummt nicht. Falsches Publikum, meint Fernandes, zu jung, die waren noch nie in Lissabon, kennen den Nata-Kult nicht. Im dritten Bezirk, dem „Botschaftsviertel“, verkehren dagegen internationale, etwas ältere Leute, auch viele Portugiesen. Die pilgern in seinen „Kiosk“. Dann wird nach Herzenslust Portugiesisch parliert. Und ein Kaffee gekippt. Das ist in Portugal eine sehr schnelle Sache, erzählt Paulo Fernandes. In Wien geht’s etwas gemächlicher zu. Hier kostet der Kaffee auch das Doppelte.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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