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Brennessel: Ein Unkraut erobert die Kochtöpfe

05.05.2003

Die anspruchslose Brennessel gedeiht auf Komposthaufen und Schuttplätzen, an Häusern, Zäunen, Hecken, in Gärten auf Weideplätzen und weltweit fast in jedem Garten.

Die Verwendung des haarigen Unkrauts geht längst weit über den bekannten Teeaufguss hinaus, auch wenn einige wenige Skeptiker immer noch die Nase rümpfen und nicht glauben können, dass man aus Brennesseln wahre Köstlichkeiten zaubern kann.
Vorsicht ist in jedem Fall geboten, wenn man Brennessel erntet: Prinzipiell sollte man die Blätter nur mit Handschuhen anfassen, da die Empfindlichkeit gegenüber dem in den Brennhaaren enthaltenen „Nesselgift“ recht individuell ist. Die große Brennessel kann bis zu 150 cm hoch werden. Die kleine Brennessel ist seltener, kleinwüchsiger, kulinarisch aber wie die große zu verwenden. Die Taubnessel unterscheidet sich durch das Fehlen von Brennhaaren, durch auffällige rot-violette oder weiße, süß schmeckende Blüten und durch einen herberen Geschmack der Blätter. Die Blätter der Brennessel verströmen beim Zerreiben einen herben, angenehmen Geruch, sind aber weniger aromatisch als die Blätter der Taubnessel. Vor dem Weiterverarbeiten übergießt man die Brennessel-Blätter mit kochendem Wasser. So werden die Brennhaare samt ihrem Inhalt zerstört.

Beste Erntezeit

Die Frühlingsmonate März, April und Mai sind die beste Zeit, um Brennesseln zu ernten. Die jungen Blätter sind zarter und auch weniger reich an Nitrat als die älteren Blätter. Da man den Nitratgehalt aber durch das obligate Blanchieren ohnhehin stark herabsenkt, spricht eigentlich nichts gegen die Verwendung älterer Brennesselblätter. Wirklich zart sind jedoch ausschließlich die jungen Blätter. Die Möglichkeiten, Brennesseln zu verarbeiten, sind ebenso vielfältig und abwechslungsreich wie bei Kultur-Spinat. Speziell die Taubnessel eignet sich sehr gut zum Mischen mit der Brennessel und verleiht den Gerichten ein stärkeres Aroma. Ob pur oder gemeinsam mit Taubnesseln: Aus Brennesseln kann man köstliche Suppen, Aufläufe, Soufflés, Spinatgemüse oder auch Nockerln zubereiten.

Gesund und vielseitig

Brennessel sind vor allem aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung als „Entschlackungstee“ bekannt. Neben verschiedenen Vitaminen und Eisen enthält die Brennessel aber auch große Mengen an Chlorophyll und Flavonoide. Innerlich und äußerlich werden die Brennesselblätter zur Unterstützung bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen empfohlen.
Info
Heilwirkung: blutreinigend, stoffwechselfördernd, Harnwegserkrankungen, Rheumatismus, haarwuchsfördernd
wissenschaftlicher Name: Urtica dioica
Inhaltsstoffe: Vitamine, Mineralien, Histamin, Sekretin
Sammelzeit: März bis August, Samen: Frühherbst

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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