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Max C. Luscher will kein Hotel für Backpacker betreiben.

Budget ohne Rucksäcke

01.06.2017

Die französische Budget-Hotel-Kette B&B expandiert nach Österreich. 2018 eröffnet das erste Hotel, weitere sollen folgen. Dafür werden Hotelmanager gesucht.

Booking.com bekommt nur ein zehnprozentiges Kontingent, der Rest wird selbst vermarktet, oft günstiger als booking.
French Bed-Zimmer.

Das Besondere an der französischen Hotelkette B&B ist ihr Betreiber-Konzept mit selbstständig agierenden lokalen Managern. Der Managing Director für Deutschland und Österreich, Max C. Luscher, erklärt: „Wir suchen Leute mit regionalem Bezug, mit Gastwirtqualitäten, die unsere Hotels wie ein Familienunternehmen führen.“

 B&B ist eine stark expandierende Marke im Mainstream-Budget-Zwei- Sterne-plus-Bereich. Vor 27 Jahren hat man in Frankreich angefangen, 1998 ist man nach Deutschland expandiert, mittlerweile ist man mit rund 400 Hotels in fünf europäischen Ländern und in Marokko präsent. Bis 2020 sollen es 600 werden. 2018 eröffnet das erste Hotel in einer Landeshauptstadt in Österreich, dann sollen pro Jahr zwei bis drei weitere folgen. Als Standorte bevorzugt man den urbanen Bereich: entweder B- und C-Städte mit A-Standorten oder A-Städte mit B-Standorten. Die einzelnen Hotels sind eher klein, im Schnitt mit 100 Zimmern. Preislich bewegt man sich beim DZ zwischen 60 und 70 Euro. Es gibt Familienzimmer mit bis zu fünf Betten, wo auch Handwerker oder kleine Gruppen günstig nächtigen können. Man möchte aber ausdrücklich kein Backpacker-Hotel sein. „Diese Zielgruppe bedienen andere besser“, sagt Luscher. Man sieht sich eher im Wettbewerb mit der privaten Hotellerie und kettengeführten Vier-Sterne-Hotels, die man preislich mit vielen Direktbuchungen unterbieten will. Werbespruch: „Wir rasieren die Hotelpreise.“ Booking.com bekommt nur ein zehnprozentiges Kontingent, der Rest wird selbst vermarktet, oft günstiger als booking.com, mit Online-Check-in und sehr entgegenkommenden Stornobedingungen: kostenfrei bis 18 Uhr am gleichen Tag.

Standard plus Lokalkolorit

Man bietet den Gästen die nötigen Standards (kostenfreies WLAN und Parken, Klimaanlage und Sky-TV) plus regionale Verwurzelung. Letzteres beginnt mit lokalen Motiven im Zimmer und reicht über regionale Angebote am Frühstücksbuffet bis zum Direktor, der seinen Gästen lokale Tipps geben kann und vor allem seine Nachbarn und andere Unternehmen in der Stadt gut kennt, bei denen er für sein Hotel werben kann. „Wir erwarten von unseren Direktoren, dass sie auch Klinken putzen gehen“, sagt Luscher. Außerdem wohnt er oder sie im Hotel – eben wie die Wirtsfamilie in einer familiengeführten Pension. Nach Möglichkeit sollen auch lokale Mitarbeiter angeworben werden. Viele brauchen es gar nicht sein: „Das Betreiberehepaar plus zwei bis drei Leute an der Rezeption, die auch das Frühstück mitmachen. Plus Housekeeping. Weiteres Personal kann auf Abruf zur Verfügung stehen“, sagt Luscher. 

Der Hotelmanager ist mit 18 bis 20 Prozent am Umsatz beteiligt, davon muss er sein Personal bezahlen. Was übrig bleibt, ist sein Gewinn. Wie er sein Personal anstellt, fix oder auf Abruf, bleibt ihm überlassen. Laut Luscher ein lukratives Angebot, die Fluktuation bei B&B sei sehr niedrig. „Unser Angebot richtet sich vor allem an das mittlere Management im Hotel, das sich selbstständig machen möchte.“ B&B ist kein Franchisesystem, man braucht kein Startkapital, nur das nötige Kapital zur Gründung einer GesmbH. Und die Bereitschaft, sich voll einzusetzen, für seine Gäste – und auch für die Marke, Stichwort Klinkenputzen. Einkauf, Werbung und Infrastruktur liefert B&B. Reparaturen werden auch von B&B übernommen.

www.hotel-bb.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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