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Aus Rosenberger wird Rosen-Burger

Burger King schnappt Rosenberger

27.02.2019

Der österreichische Masterfranchisenehmer von Burger King übernimmt die insolvente Autobahnraststättenkette und blättert neun Millionen Euro hin. Die Transaktion könnte aber noch scheitern. 

Die TQSR Holding gehört der Familie des Wiener Wirtschaftsanwalts Dieter Spranz (Theophil Group) und ist Masterfranchisenehmerin von Burger King in Österreich. Jetzt hat das Unternehmen Appetit auf mehr bekommen und sich 100 Prozent der Anteile an der im Sanierungsverfahren befindlichen Rosenberger Restaurant GmbH einverleibt. Die den Gläubigern im Sanierungsplan angebotene Quote von 20 Prozent soll ebenfalls finanziert werden. Die Transaktion steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung des vereinbarten Sanierungsplans - dies soll am 12. März erfolgen. Sprich: Die Gläubiger müssen noch zustimmen und könnten den Deal noch kippen. Der Transaktionswert inklusive übernommener Nettofinanzverbindlichkeiten beträgt ca. neun Millionen Euro.

Dem Vernehmen nach war das Interesse an Rosenberger groß: Ende 2018 fand ein Bieterverfahren statt, an dem zahlreiche in- und ausländische Interessenten teilgenommen hatten - auch bekannte Mitbewerber von Rosenberger und Burger King.

Renovierung

Die Rosenberger Raststätten sollen von TQSR umfassend renoviert, modernisiert und in ein Multibrand Konzept gewandelt werden. Dieses neue Raststätten-Konzept soll die Bedürfnisse des breiten Spektrums der Personenfrequenz an Autobahnen, insbesondere in Bezug auf Produktvielfalt, Preise und Convenience, bestmöglich abdecken.

Neben den Marken Burger King und Rosenberger werden bis zu drei weitere Systemkonzepte mit ähnlich bekannten Marken integriert und von der Rosenberger Restaurant GmbH betrieben. Die Marke Rosenberger soll zukünftig für gehobene österreichische Küche im Rahmen eines modernen systemgastronomischen Konzepts stehen. Das Sortiment der vorhandenen Shops soll ebenfalls modernisiert werden. Digitale Orderterminals und „mobile ordering“ sollen zudem die Servicequalität und -geschwindigkeit erheblich verbessern.

Das Investitionsvolumen der über einen Zeitraum von etwa 2 Jahren geplanten Umbau- und Renovierungsarbeiten beträgt ca. EUR 30 Millionen.

 

 TQSR betreibt aktuell selbst 20 der insgesamt 50 Burger King Restaurants in Österreich. Die Integration der 14 Standorte der Rosenberger Restaurant GmbH in die TQSR Struktur hat Phantasie: Zahlreiche mögliche Synergien und Kosteneinsparungen in den Bereichen Organisation, Einkauf, Rechnungswesen und Marketing tun sich auf. In Verbindung mit den bereits vom Insolvenzverwalter Christian Lind vorgenommenen Reorganisationsmaßnahmen und den teilweise erfolgten Anpassungen von Mietverträgen soll das Unternehmen plangemäß an sämtlichen der weitergeführten Standorten ein positives Ergebnis vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen (EBITDA) und Rosenberger gesamt ein EBITDA von ca.10% des Umsatzes erzielen - so der Plan. 

Joint Venture

Hintergrund: Burger King Österreich und die Rosenberger Restaurant GmbH hatten sich bereits Anfang 2017 in einem Joint Venture (51%/49%) zusammengeschlossen, um die Modernisierung der Rosenberger Raststätten zu forcieren. Aufgrund der anhaltenden finanziellen und organisatorischen Herausforderungen auf Seiten Rosenberger beschränkte sich das Joint Venture bislang jedoch nur auf Analyse- und Planungsaktivitäten. „Die Übernahme unseres bisherigen Joint Venture Partners Rosenberger ermöglicht uns, endlich die geleisteten Vorarbeiten aufzugreifen und die Umsetzung des in vielen anderen europäischen Ländern erfolgserprobten Multibrand Konzepts konkret anzugehen. Die ersten modernisierten Standorte werden wir noch innerhalb der nächsten 12 Monaten eröffnen“ erklärt TQSR CEO Hartmut Graf.

Im Zuge des Sanierungsverfahrens der Rosenberger Restaurant GmbH wurden von den insgesamt 17 Standorten bislang der Standort Ampaß dauerhaft und der Standort Haag temporär geschlossen. Die Schließung des Standorts Lindach erfolgt mit heutigem Tag. Diese Schließungen und die einzuschränkenden Unternehmensbereiche führen zu einer Reduktion der Anzahl der Mitarbeiter an den verbleibenden 14 Standorten und in der Verwaltung auf ca. 330. Weitere Schließungen oder ein zusätzlicher außerordentlicher Personalabbau nach Abschluss des Sanierungsverfahrens sind nicht geplant.

TQSR und Rosenberger gemeinsam beschäftigen zusammen ca. 800 Mitarbeiter und erwirtschaften kumuliert einen jährlichen Umsatz von insgesamt ca. EUR 60 Millionen. Mit den von TQSR für das Jahr 2019 geplanten neuen Burger King Restauranteröffnungen (exklusive Rosenberger) erhöht sich dieser jährliche Umsatz auf über EUR 70 Millionen und die Zahl der Mitarbeiter auf ca. 1.000.

 

 

Autor/in:
Alexander Grübling
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