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Café Drechsler wird Nichtraucherlokal

26.08.2013

Tabakgesetz bringt Ende einer über 90-jährigen Tradition: Café Drechsler muss auf lange Öffnungszeiten verzichten. Nach der Sommerpause öffnet das Café am 3. September als Nichtraucherlokal – Betrieb in den frühen Morgenstunden ab 3 Uhr früh nicht mehr haltbar.  

Das legendäre Café Drechsler am Naschmarkt ist seit Jahrzehnten stadtbekannter Fixpunkt der Wiener Lokalszene, vor allem auch wegen der großzügigen Öffnungszeiten, 23 Stunden am Tag von 3 Uhr früh bis 2 Uhr nachts. Doch mit dem Treffpunkt für Nachtschwärmer in den frühen Morgenstunden ist es nun vorbei: Am 3. September sperrt das Café Drechsler nach der Sommerpause wieder auf, allerdings als Nichtraucherlokal. Und das bedingt, dass auf die Öffnung ab 3 Uhr früh verzichtet werden muss. Geöffnet wird nun erst ab 8 Uhr morgens.

 

Rauchfrei zur Toilette

 

Das Café Drechsler auf der Linken Wienzeile ist für das Wiener Szenepublikum weiterhin Anlaufstelle, allerdings zu verkürzten Öffnungszeiten. Vorbei ist es damit, dass sich Nachtschwärmer und Frühaufsteher ab 3 Uhr früh dort tummeln. Der Grund: Die Vorgaben des österreichischen Tabakgesetzes, die u.a. bedingen, dass der Weg zu den Toiletten rauchfrei sein muss. Diese Bedingung lässt sich baulich im Café Drechsler – ohne große Eingriffe, und ohne den Charakter des Cafés zu zerstören; kaum erfüllen.

Daher startet das Cafe Drechsler am 3. September als komplett rauchfreies Lokal. „Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz“, erläutert Manfred Stallmajer, Geschäftsführer des Café Drechsler: „Nachtschwärmer und ein rauchfreies Kaffeehaus – das geht nicht zusammen. Unsere großzügigen Öffnungszeiten können wir nicht mehr halten, da ein Großteil unserer Gästeschaft unser Café unter rauchfreien Bedingungen in den frühen Morgenstunden nicht mehr ansteuert. Das ist eben eine der Konsequenzen aus dem Tabakgesetz, mit der wir künftig leben müssen. Schweren Herzens haben wir uns also entschlossen, die Öffnung ab 3 Uhr morgens aufzugeben, auch wenn Wien künftig damit nachts um einen legendären Ort ärmer ist“, so Manfred Stallmajer.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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