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Café Museum sperrt wieder auf

24.09.2010

Cafétier Berndt Querfeld übernimmt das Wiener Traditionscafé und plant die Wiedereröffnung im Herbst

Ende 2009 musste das Café Museum geschlossen werden - und es drohte das Aus eines weit über hundert Jahre bestehenden Wiener Traditionscafés. Der Fortbestand des legendären Café Museum, das auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurückblickt und dessen Grundstein 1898 gelegt wurde, als Adolf Loos die Planungsarbeiten für die Innenausstattung übernahm und 1899 als Kaffeehaus aufsperrte, ist gesichert. Das Kaffeehaus, das sich im Besitz der Familie Rokitansky befindet, suchte einen neuen Pächter.

„Mit Berndt Querfeld konnte ein wirtschaftlich erfolgreicher Cafétier mit großem Branchen-Know-how gewonnen werden“, sagt Prof. Alexander Rokitansky. Der entsprechende Vertrag mit attraktiver Laufzeit wurde vor kurzem unterzeichnet und die Wiedereröffnung ist für Herbst geplant.  Die Ausgangssituation eines leer geräumten Lokals machte es laut Rokitansky erforderlich, ein Investitionspaket zwischen Querfeld und der Besitzerfamilie zu verhandeln und zu schnüren.
Berndt Querfeld betreibt mit seiner Familie die Traditionscafés Landtmann, Mozart, Hofburg sowie das Café Residenz in Schönbrunn und startet ab sofort mit den Umbaumaßnahmen im Café Museum. „Wir wollen die Tradition wahren und dennoch die Zukunft begehen. Deshalb haben wir uns entschlossen, keine Experimente zu machen und dem Café Museum seine Gemütlichkeit zurück zu geben“, erläutert Querfeld das Konzept.

Das Investitionsvolumen in Einrichtung und Neumöblierung beziffert Querfeld mit rund einer halben Million Euro. „Was soll wirklich neu und anders werden? Es wird bequeme Sitzlogen geben und eine einheitliche Öffnungszeit von 7:30 bis 24 Uhr. Das Kaffee- und Speisenangebot wird nicht nur erstklassige Kaffeespezialitäten, traditionelle Kaffeehausschmankerln – von der Schinkenrolle bis zum Tafelspitz – umfassen, sondern auch die köstlichen,  hausgemachten Mehlspeisen aus Landtmanns Feiner Patisserie beinhalten“, erklärt Querfeld. Die Kapazität des Café Museum ist für rund 200 Gäste dimensioniert.


Gestärkte Wiener Kaffeehauskultur
Obwohl mit rund 2600 Lokalen die Zahl der Wiener Kaffeehäuser seit Jahren konstant bleibt, ist die Branche laufend in Bewegung. Jedes Jahr wechselt etwa ein Fünftel der Cafés seinen Betreiber und bringt neue Impulse für die Wiener Gastronomie. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Finanzmitteln, da die Übernahme eines Cafés oft mit hohen Kosten für Umbauten und Neuanschaffungen verbunden ist. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres haben sich mehr als 400 Gastronomen – viele davon Cafétiers – beim Förderreferat der Wirtschaftskammer Wien über Kredit- und Fördermöglichkeiten informiert.

Mit der vor kurzem gemeinsam mit der Stadt Wien aufgestockten Kleinkreditaktion bietet die Wirtschaftskammer Wien unbürokratische und rasche Hilfe für Jungunternehmer, Gründer und Übernehmer, um ihnen den Start einer erfolgreichen Karriere als Cafétier zu erleichtern. „Die Wiener Cafés liegen der Wirtschaftskammer besonders am Herzen, denn die Kaffeehäuser sind aus der Wirtschaft ebenso wenig wegzudenken wie aus dem Leben der Stadt“, sagt Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien und ergänzt: „Viele geschäftliche Besprechungen und Termine werden kurzerhand im Café erledigt. Und diese Wiener Eigenart wirkt sich immer wieder positiv auf Geschäftsabschlüsse auch mit internationalen Kunden aus. Die Fortführung des Café Museum trägt dazu bei, die Wiener Kaffeehauskultur zu stärken und den Imagefaktor für Wien und die Wiener Wirtschaft als Tourismusstadt zu festigen.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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