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Captain Kork erhält Konkurrenz

13.05.2005

Ob das so bleibt, liegt an einem kleinen Fremdkörper – dem Verschluss.

Lässt sich mit dem Daumen aufmachen: „VinoLok“

Geheim ist diese „Verschluss-Sache“ heute sicher nicht mehr: Korkende Flaschen bedeuten einen handfesten wirtschaftlichen Schaden, der von Insidern auf etwa 10% der Gesamtmenge geschätzt wird.
Damit sind aber nur die unverkennbaren „echten Korkschmecker“ gemeint, verursacht von einer Substanz namens 2, 4, 6 Trichloranisol. Noch mehr Kopfzerbrechen bereiten Produzenten und Verkäufern andere, weniger deutliche Flaschenfehler, etwa das so genannte „fruit scalping“, bei uns „maskierter Kork“ oder „Korkschleicher“ genannt. Bei diesem Problem liegt die Dunkelziffer angeblich bei 20%, manche Experten meinen höher. Reklamationen von fehlerhaften Flaschen sollte man immer ernst nehmen – man bekommt meist auch Ersatz, zumindest von den heimischen Winzern. Der „maskierte Kork“ ist der eigentliche Alptraum
der Produzenten: Wenn ein Wein ein diffuses, unbefriedigendes Geschmackserlebnis beim Gast hervorruft, kann das einen Image-Schaden für das Lokal, das Weingut, unter Umständen sogar die Rebsorte und die Region bedeuten. Einer der Pioniere in Sachen Glasverschluss, Willi Sattler, formuliert leicht polemisch: „Würden Sie Ihr Wurstbrot in ein Stück verschimmelte Baumrinde einwickeln? Na eben.“ Gerade mit dem Glasverschluss wird dem Bedürfnis der Konsumenten nach einer hochwertigen Haptik Rechnung getragen: Die Akzeptanz liegt bei knapp 100%, allerdings liegen beim „VinoLok“ erst Erfahrungen aus drei Jahren vor. Oft herrscht in
der Gastronomie die Meinung, dass ein Naturkork erstens als Synonym für einen hochwertigen Wein gelten kann und dass nur so verschlossene Weine entsprechend reifen. Beides kann man heute als Mythos einstufen. Der australische Weingigant Southcorp/Penfolds füllt laut Kellermeister Peter Gago seit mehr als 15 Jahren auch Top-Produkte, etwa Grange, mit Schraubverschluss: In der Nachverkostung sei dieses System deutlich überlegen. Der einzige mögliche Nachteil des „StelVin“-Verschlusses ist ein psychologischer. Und dieser kommt meist dann zum Tragen, wenn die Verkaufsmitarbeiter selber nicht von dessen Vorteilen überzeugt sind. Simone Göttfried (m.schloss.stube Grafenegg) bringt es auf den Punkt: „Ich habe noch keinen Gast erlebt, der sagen würde, das trinke ich nicht, weil es aus einer Flasche mit Schraub- oder Glasverschluss kommt. Wenn man selber von einem Wein überzeugt ist, kann man das auch dem Gast vermitteln.“ Um möglichst vielen Weinliebhabern die Chance zu geben, sich selbst ein Bild zu machen, hat Jurtschitsch Sonnhof einen Wein (Grüner Veltliner Steinhaus 2004) mit je einem Dreh-, einem Glas- und einem Kunststoffverschluss abgefüllt. Den 3-er-Karton kann man um 27 Euro frei Haus bestellen; jedem Probe-Kit liegt ein Fragebogen bei. Zu gewinnen gibt es einen 6-er-Karton Grüner Veltliner Ried Spiegel Reserve.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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