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Cash und Carry Deluxe

03.06.2004

Cash + Carry war einstmals Inbegriff weitgehend dienstleistungsfreier Abholmärkte. Heute setzen praktisch sämtliche Marktbertreiber auf umfassendes Service und versuchen sich bei den Kunden mit höchster Sortimentskompetenz zu profilieren.

Zahlen und wegtragen, die beiden Worte bezeichnen ganz programmatisch, wofür Cash+Carry urspünglich gestanden hat: Hinkommen, Waren nehmen, zahlen und mitnehmen. Die zentralen Botschaften anno dazumal:
1. Günstige Preise, billiges Outfit. Wer Cash bezahlt, kauft günstig. Dieser Botschaft trug auch das karge Ambiente früherer C+C-Märkte Rechnung.
2. Unkompliziertes Einkaufen. C+C ist gleichbedeutend mit Einkaufsfreiheit. Ich komme – innerhalb der Öffnungszeiten – wann ich will, habe keine Bestell- und keine Wartezeiten.
Kernelemente dieser Botschaften finden sich auch nach wie vor in den Konzepten der heutigen C+C-Markt-Betreiber.
Insgesamt sind moderne C+C-Märkte allerdings ein glattes Gegenteil zu den Namensgebern der Gründerzeit.

Günstig, aber nicht billig
Der günstige Preis beim C+C ist nach wie vor ein gewichtiges Argument. Von billigem Outfit der Märkte ist allerdings keine Rede mehr, im Gegenteil. Es herrscht geradezu ein Wettlauf darum, den gewerblichen Kunden ein angemessenes Einkaufserlebnis zu bieten. Und dafür wird in beträchtlichem Ausmaß in Hard- und Software investiert.
Letztere soll dafür sorgen, dass „unkompliziertes Einkaufen“ für den Kunden einfacher denn je wird. Dazu zählen Aspekte, wie umfangreiche Informationsunterlagen vom Postwurf bis zum Newsletter, elektronische Bestellung und Bezahlung, Warenbeschaffungsgarantien und bei den meisten Anbietern, sehr wohl auch Zustellung statt Abholung.
Vor diesem Hintergrund buhlen eine Reihe von längst etablierten C+C-Markt-Betreiber um die Gunst der Kunden und damit vorwiegend um die Branchen Gastronomie und Hotellerie.

Countdown zu Metro Nr. 11
Metro ist mit rund einer Mrd. € klarer Umsatzleader. Ein weiterer Wachstumsschub steht am 28. August ins Haus. Dann eröffnet nämlich in Klagenfurt der zwölfte Metro-Standort Österreichs. Die Eckdaten sind beeindruckend: Auf einer  Verkaufsfläche von über 8.500 m2 werden mehr als 18.000 Food Artikel und mehr als 30.000 Nonfood Artikel angeboten.
Allein die Food-Warenwelten und Frischeabteilungen erstrecken sich auf 1.600 m2. Weiters gibt es Großmarktbäckerei, professionelle Frischfisch-Abteilung, Weinkeller sowie Nonfood Warenwelten und Büro, Computer-, Multi-Media-Center und schließllich ein Restaurant mit 60 Sitzplätzen.
Seinen neuen Markt in Klagenfurt bereits eröffnet hat AGM, ebenso übrigens wie den Neubau in Zell/Maishofen. AGM, Mitglied der zur deutschen Edeka zählenden Adeg-Gruppe, betreibt derzeit mit 23 C+C-Märkte die meisten Abholmärkte Österreichs. Die österreichweite Präsenz der Standorte ermöglicht allen Kunden die Erreichbarkeit eines AGM-Marktes innerhalb von 60 Minuten. Andererseits bietet AGM von seinen Standorten aus auch ein österreichweites Zustellservice an.

Expansion aus der Region
Von Tirol aus verfolgt das Handelshaus Wedl eine konsequente Expansionspolitik seiner C+C-Märkte. Als erstes österreichisches Handelsunternehmen ist Wedl mit zwei C+C-Märkten in Bayern vertreten. Kürzlich wurde der Spatenstich für einen neuen, erheblich größeren Abholmarkt am bisherigen Standort in St. Johann im Pongau vorgenommen. Auf einer Gesamtfläche von mehr als 4000 m2 wird dort ein top-moderner C&C-Markt entstehen, der vor allem mit den Imagesortimenten punkten soll.

Für das Handeslhaus Pfeiffer stellen die C&C-Märkte einen strategischen Kernbereich dar. Daher wird in diesen Bereich an mehreren Fronten kräftig investiert. So wurde in der Steiermark nach der Übernahme des Tiefkühllieferanten Delfin auf 1.200 m2 ein neues Logistikzentrum geschaffen. Im Herbst wird der C+C-Pfeiffer Standort in Graz neu gestaltet, eine Maßnahme, die in Traun bis zum Sommer durchgeführt wird und in Wels bereits abgeschlossen wurde.
Ein besonderer Schwerpunkt gilt aktuell dem Standort Brunn am Gebirge im Süden von Wien. Mit diesem ist C+C Pfeiffer erstmals auf der „Alles für den Gast“ in Wien aufgetreten. Die Investitionsbereitschaft steht aber durchaus auch für das Ziel zu expandieren. „Bis 2005 soll es jedenfalls einen Pfeiffer Standort in Österreich mehr geben“, betont Sauer. Dabei sei ein eigenes Investment ebenso denkbar wie eine Kooperation mit einem Partner.
Zwei Schwerpunkte setzt die in Zwettl ansässige Firmengruppe Kastner für ihren C+C-Bereich. Einerseits kommt es zur Umgestaltung des Lagers in Zwettl und damit auch zu Veränderungen beim dortigen C+C-Markt. Mit Nachdruck wird die Profilierungsstragegie in Sachen Wein voran getrieben. Ausgehend vom C+C-Kastner-Standort in Wien, steht der Auf- und Ausbau des Konzepts „Alles Wein“, auf dem Fahrplan. In Eisenstadt steht die Abteilung bereits, Amstetten und Zwettl sind die nächsten, Krems folgt danach.
Eine außergewöhnlich starke Kooperation von zehn C+C-Marktbetreibern hat sich bereits in den sechziger Jahren unter dem Markendach Eurogast zusammengefunden. Sie punkten bis heute durch ihre regionale Verankerung und einer damit verbunden hohen Flexibilität.

Holzmann mit Loacker
Holzmann Gastro verfügt als einziges Unternehmen in Österreich über einen C+C Markt, der auf einer Fläche von 3200 m2 über 8000 Non-Food-Artikel, ausschließlich und spezifisch für die Hotellerie und Gastronomie, anbietet. Zusätzlich haben gewerbliche Kunden die Möglichkeit in zwei C+C Märkten namens „Multikauf“, aus einem Non-Food Sortiment von mehr als 75000 Artikel zu wählen.
Den Durchbruch zur österreichweiten Kundenbetreuung hat Rudolf Holzmannn durch die Übernahme der Firma Loacker, mit Sitz in Koblach (Götzis) und einer Niederlassung in Innsbruck, geschafft. Die Logistik des neuen Firmenmitglieds wurde inzwischen neu organisiert, der Standort Kobkach selbst neu gestaltet. Somit präsentiert sich Holzmann potentiellen Kunden neben den C+C-Märkten mit sechs Niederlassungen in Österreich. Darüber hinaus ist die Planung der Niederlassung Klagenfurt „neu“ abgeschlossen. In Zukunft will sich Holzmann nicht auf Österreich allein beschränken. „Wir beabsichtigen noch in diesem Jahr die bereits begonnen Marktaktivitäten in der Schweiz auszubauen und planen den Aufbau eines Vertriebsnetzes in unseren Nachbarländern“, erläutert Franz Xaver Frotzler, Geschäftsführer von Rudolf Holzmann.

Hausmann mit Gastro-Focus
Ein weiterer Spezialist im Bereich Nonfood ist das steirische Handelshaus Hausmann. Mit dem neugestalteten Markt in Klagenfurt verfügt Hausmann über fünf C+C-Standorte, wo auf rund 28.000 m2 zunehmend den Zielgruppen der Gastronomie und Hotellerie Rechnung getragen wird. Die im März vereinbarte Partnerschaft mit der Hogast wird den Kundenstamm entsprechend weiter wachsen lassen. Neo-Marketingmanager Christoph Hausmann will sich für die präzise Zielgruppenansprache einiges einfallen lassen.
Auch Hausmann setzt übrigens auf die Mitgliedschaft bei einer Einkaufsorganisation: es ist die der KHG.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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