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CICERO

25.04.2013

Fisch ist ein ganz besonderes kulinarisches Angebot auf jeder Speisekarte. Nur weil Fisch gesund ist, schmeckt er nämlich noch lange nicht und stellt damit eine Herausforderung an das Know-how des Küchenteams dar.

Aber nicht nur die Küche ist gefordert, wie Ihr Cicero kürzlich in einem mediterranen Restaurant erleben musste. Die Tageskarte lockte mit einer Goldbrasse im Ganzen gebraten, ein Fisch der, serviert mit Salat, ein leichtes, schmackhaftes Mittagessen versprach. Der Kellner servierte und fragte, ob er den Fisch gleich filetieren sollte, ein Service, den Ihr Cicero gerne in Anspruch nahm. Konzentriert machte der Servicemitarbeiter sich ans Werk und hob die feinen weißen Fischteile vom Skelett der Goldbrasse; ziemlich viele Teile für einen nicht übermäßig großen Fisch. Augenscheinlich ging der Kellner mit einer gehörigen Portion Improvisationsbereitschaft ans Werk. Wirklich geschult und dann in Fleisch und Blut übergegangen erschien seine Filetiertechnik jedenfalls nicht.

Die Bestätigung dafür musste Ihr Cicero in der Folge leidvoll beim Essen erfahren. Spätestens bei jedem zweiten Bissen verspürte er eine oder mehrere Gräten im Mund, die zu entfernen eine ähnliche Konzentration erfordert wie das Filetieren eines Fisches. Vor allem aber zerstört das Gefitzel im Mund und die Sorge vor dem Verschlucken einer Gräte den Speisegenuss sehr nachdrücklich. Quintessenz: Wer Fisch auf der Speisekarte anpreist, sollte auch in der Lage sein, diesen in einer essbaren Version auszuservieren.

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: i.stelzmueller@wirtschaftsverlag.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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