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Cicero „Bitte nicht Stören“

04.04.2013

Wer kennt sie nicht, die kleinen neben dem Waschbecken aufgeklebten Schildchen, die die Badezimmer aller Hotelkategorien mit dem Hinweis verzieren: „Der Umwelt zuliebe!

Liebe Gäste, wenn Sie die Handtücher erneut benützen möchten, hängen Sie diese bitte in den Handtuchhalter." Ebenfalls zu den beherbergungsüblichen Utensilien gehören die Türhänger mit den Aufschriften „Bitte nicht stören!" oder „Bitte Zimmer reinigen!". Cicero hängt, wenn er nicht gestört werden möchte – weil der alte Herr manchmal gerne ein Mittagsschläfchen macht oder ungestört arbeiten will – das rote Schild an die Türe. Aber „Bitte nicht stören!" gilt offensichtlich nicht für alle Zimmermädchen, denn manche klopfen nachmittags um 16 Uhr so lange und so kräftig, bis man sich aus dem Bett wuzelt, um nachzusehen, was los ist. Verschlafen öffnet Cicero die Tür – und das Zimmermädchen sagt und fragt gleichzeitig: „Ich will nicht stören. Wollte nur fragen, ob Sie neue Handtücher wünschen?"

Die Ausgangslage für das Zimmermädchen: Also wenn ich arbeite, kannst doch du, lieber Gast, nicht schlafen! Aber auch den Hinweis auf den Umweltschutz nehmen die Damen vom Housekeeping nicht immer ernst – egal ob die Badetücher am Handtuchhalter hängen oder nicht, sie werden getauscht. Hier gibt es keinen Unterschied zwischen der Zwei- und Fünf-Sterne-Hotellerie: Die Aufkleber sind für die Zimmerreinigung, so hat es manchmal für Cicero den Anschein, höchstens Empfehlung. Aber auch die Zimmermädchen müssen lernen, die einfachen Wünsche der Gäste zu respektieren, denn damit ersparen sie ihrem Arbeitgeber Beschwerden, andererseits helfen sie Energiekosten zu senken. Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Modewort.

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: gast@wirtschaftsverlag.at (Fax: 01/546 64-360)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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