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CICERO geht in den Tiergarten

21.04.2011

Es ist so ein großartiger Tag, der muss Ihnen ja eigentlich ein Lächeln aufs Gesicht zaubern." Ihr Cicero stand vor der Kartenkontrolle von Wiens Paradetiergarten und blickte in ein zutiefst griesgrämiges Gesicht.

„Ich lache, wann ich will, Sie haben ja keine Ahnung, was ich hier den ganzen Tag erlebe, und jetzt gehen Sie weiter", lautete auszugsweise die beeindruckende Antwort eines Herrn, der diese sympathische Ausstrahlung konsequent auch den folgenden Besuchern gegenüber zum Ausdruck brachte. Beim Informationsschalter deponierte Ihr Cicero, was er erlebt hatte und erntete dafür ein stummes Schulterzucken. Auf die Frage, ob es hier eine Art Briefkasten für Wünsche und Anregungen gebe, erfolgte immerhin ein von einem Wink begleitetes „Öh" (oder so ähnlich), das zu einem von der Tiergartendirektorin unterzeichneten Papier mit der Botschaft „Ihre Meinung ist uns wichtig" führte.

Darauf hielt Ihr Cicero Erlebnis und Telefonnummer fest und widmete sich dann dem schönen Tag. Das Wünschepapier lag offenbar gut an seinem Platz. Während der nächsten Tage geschah nämlich – nichts. Nach zwei Wochen Schweigen wandte sich Ihr Cicero per E-Mail an den Paradetiergarten, schilderte detailliert sein Erlebnis und schloss mit dem Hinweis, dass diese Form des Entrees eines professionellen Dientleistungsunternehmens ebenso wenig würdig sei wie das Ausbleiben eines Feedbacks auf die deponierte Reklamation. Nun kam es doch zu einer Antwort, zusammengefasst ein „Entschuldigung, „wenn unsere Mitarbeiter (...) nicht lustig genug waren".

Ein bisschen lustig, lieber Tiergarten, ist nicht das Stichwort.„Jeder Mitarbeiter repräsentiert unseren Zoo und tritt den Besuchern gegenüber stets freundlich und hilfsbereit auf ...", das steht zumindest in Ihrem Leitbild.

 

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: gast@wirtschaftsverlag.at (Fax: 01/546 64-360)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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