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Cicero im Day-Spa

18.04.2013

Der alte Herr wollte sich zu seinem Geburtstag ein paar Stunden in einem Wellnesstempel entspannen und reservierte für die Zeit nach dem Saunagang eine Massage bei seinem Lieblingsmasseur.

Doch dieser Nachmittag sollte anders als die vergangenen Spa-Aufenthalte verlaufen: Die zur Verfügung gestellten Badeschlapfen waren nur in kleinen Größen vorhanden, das erste ausgehändigte Handtuch sah aus, als hätte es schon einige Jahre seine Dienste getan, auf der Toilette fehlte das Papier, und von zwei Föns funktionierte keiner.

Das Frottee-Badetuch zum Einhüllen nach dem Saunagang war offensichtlich für magersüchtige Personen von einer Körpergröße von 1,50 m gedacht und alles andere als kuschelig. Nach dem Saunagang wollte Cicero wie üblich ruhen, platzierte sich in die Liege und musste schmerzlich feststellen, dass genau bei der Lendenwirbelsäule die Verstrebungen unter der Matratze lose herabhingen.

Dass sich die Masseurin mit ihrem Gast auf Wanderschaft begab, um einen freien Massageraum für die reservierte Anwendung zu finden, war noch nicht das Tüpfelchen auf dem i des vorausbezahlten Wellnesstags. Cicero brachte einen kleinen exquisit gestalteten Blumenstrauß, den er zuvor von einer Freundin zum Geburtstag erhalten hatte, mit ins Spa und ersuchte, diesen für ihn in eine Vase zu stellen.

Als er beim Verlassen die Blumen wieder mitnehmen wollte, waren diese bereits als Tischdekoration im Buffet verteilt! Cicero hatte das Spa als außerordentlich schön und exklusiv in Erinnerung, aber so kann man sich täuschen.

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: i.stelzmueller@wirtschaftsverlag.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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