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Cicero logiert „eh halbwegs ok“

14.03.2013

Nicht selten öffnet eine Auslandsreise die Augen für die Qualitäten, die es zu Hause gibt. Ihr Cicero verbrachte dieser Tage seinen Skiurlaub in der italienischen Provinz Belluno.

Dort bezog er in einem Drei-Sterne-Hotel ein Einbettzimmer mit ca. zehn Quadratmeter Wohn- und fünf Quadratmeter Badezimmerfläche. Die Einstiegsluke zur Dusche war für die Platzverhältnisse eines Spaceshuttle konzipiert. Improvisationshighlight im Zimmer war eine tote Leitung, die neben der Balkontür endete und mit einem Taschentuch als Dichtung verstopft war.

Im Wellnessbereich des Hauses, der mit einem Whirlpool und einer Sauna ausgestattet war, bestand die Liegezone aus einem Stockbett, den Bademantel gab es für fünf Euro die Woche zu mieten. Auf dem Weg dorthin war man einem penetranten Küchengestank ausgesetzt, der einem das an sich ordentliche Hotelessen mehr als madig machen konnte. WLAN darf in einem modernen Hotel natürlich nicht fehlen, freilich war es hier kostenpflichtig für zwei Euro die Stunde, bzw. acht Euro pro Tag. All das für wohlfeile 116 Euro pro Nacht auf Basis Halbpension.

Nun, bei der Abreise zog Ihr Cicero die Bilanz, dass die Leistung seines Gastgebers letztlich – salopp formuliert – „eh halbwegs okay" war. Freilich, der Standort des Betriebs an der renommierten „Sella Ronda" deckt so manche Schwäche und der Gast in der Folge wohl ein Auge zu. Nach Ihres Ciceros Überzeugung hätte ein solches Preis-Leistungs-Verhältnis der Kategorie „eh halbwegs okay" im Wettbewerb der österreichischen Tourismuswirtschaft jedenfalls nur wenig Überlebenschancen.

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: gast@wirtschaftsverlag.at (Fax: 01/546 64-360)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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