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Cicero Nix Gast

04.11.2010

Kürzlich traf sich Ihr Cicero mit einer Gruppe deutscher Freunde in Wien. Als Treffpunkt wurde ein Hotel in Ottakring vereinbart, das sich seinen Gästen mit einem ansprechenden Frühstücksraum mit Buffet rechts vom Eingang und einem kleinen Café vis-á-vis präsentiert, wo die kleine Runde auch Platz nahm und auf Bedienung wartete.

Das erwies sich als schwierig, da sich zunächst niemand fand, der für das Café zuständig war. Aber immerhin, nach einer Viertelstunde wurden die gewünschten vier Cappuccino serviert. Ein Blick aufs nebenan aufgebaute Frühstücksbuffet ließ zudem den Wunsch nach einem Schinken-Käse-Toast aufkommen. Bei unserer des Deutschen eingeschränkt mächtigen Servicekraft führte das Anliegen zu heftigem Widerstand. „Da mussen Sie gehen in Rezeption und fragen.“ Noch war Ihrem Cicero nicht so recht einsichtig, was die Rezeption mit dem Schinken-Käse-Toast zu tun habe. Aber auch Info Nummer zwei blieb rätselhaft: „Na, das geht sich nix, weil Toast ist hier nix serviert.“ Und warum genau? „Weil Sie nix sein Gast, weil Sie sind nix in Hotel.“

Durch Ciceros vielleicht etwas lange Leitung war die Botschaft jetzt glücklich durchgedrungen. Schinken-Käse-Toast nur für Hausgäste, aber nix für Kaffeehausgäste. Ihr Cicero versteht schon, dass Ordnung Ordnung bleiben muss, auch wenn ein Schinken-Käse-Toast keine überragende Herausforderung darstellt. Fraglich ist freilich, welche Begeisterung das ordnungsliebende Hotel bei den Gästen auslöst. Bei Ciceros deutschen Freunden sicher keine.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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