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Cicero reserviert

01.06.2011

Eine Reservierung ist für einen Wirt an sich eine höchst erfreuliche Angelegenheit. Sein Gast sucht sich dazu Telefonnummer oder E-Mail-Adresse und nimmt von sich aus mit dem Wirtshaus Kontakt auf, um gerade dort zu essen und zu trinken.

Reserviert wird meist gleich für mehrere Personen. Der Wirt weiß, wann diese Gäste kommen, selbst seine ungefähre Verweildauer lässt sich abschätzen und damit die Möglichkeit, den Tisch ein weiteres Mal zu verkaufen. Sieht man einmal von der höchst unerfreulichen Möglichkeit ab, dass der Gast trotz Anmeldung nicht erscheint, so ist jede Reservierung eine Art kleiner wirtschaftlicher Glücksfall. Davon ist allerdings meist nichts zu spüren, wenn der Gast bei dem für ihn reservierten Tisch ankommt. Dort erwartet ihn im Regelfall ein nüchternes Hartplastikschildchen mit dem Aufdruck „Reserviert“ oder als schlampige Alternative ein handbeschmierter Orderblockzettel gleichen Inhalts. Dass es auch anders geht, erlebte Ihr Cicero dieser Tage bei einem prominenten Heurigen in Niederösterreich.

Am Tisch begrüßte ihn ein Bilderrahmen mit einem adretten Maiglöckchenfoto und am Glas beschriftet mit folgenden Worten: „Sehr geehrter Herr Cicero! Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend.“ Das eigentlich der internen Kommunikation dienende Schild hatte sich in einen höflichen Willkommensgruß des Gastgebers an seinen Gast verwandelt, der dem Tisch den ganzen Abend lang seine Herzlichkeit beisteuerte. Ein exzellentes Beispiel für einen kleinen Aufwand mit einer beachtlichen, weil nachdrücklich wahrgenommen Wirkung. Und ein im wahrsten Sinn des Wortes einladender Beitrag dazu, den Gast zum Wiederkommen anzuregen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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