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Cicero sitzt auf dem Trockenen

16.05.2013

Self-Service-Restaurants gibt es solche und solche: Es gibt die einen (vorrangig die einschlägigen Burger-Läden), in denen man sein Essen zu sich nimmt und oft schon mit dem letzten Bissen im Mund wieder Richtung Ausgang entschwindet.

 Eben Fastfood. Und dann gibt es die Lokale, in denen die Einrichtung nicht signalisiert „bezahle, iss und mach den Tisch wieder frei", sondern in denen man es sich richtig gemütlich machen kann bzw. könnte. In einem solchen war Cicero kürzlich zu Gast, aber leider war der Besuch aus mehreren Gründen unbefriedigend: Denn während das Bestellen an der Theke noch das geringere Problem ist, ist der Störfaktor zehn Minuten später zum Essenholen schon unangenehmer. Dass dann im konkreten Fall die Pizza von maximal durchschnittlicher Qualität war, hat die Stimmung auch nicht gehoben.

Nachdenklich wurde Cicero aber nach Beendigung des Essens. Sowohl er als auch seine Begleitung hatten schon ausgetrunken, waren aber noch für eine knappe Stunde in ein Gespräch vertieft. In jedem normalen Lokal wäre jetzt mindestens zweimal ein Kellner vorbeigekommen, um nach weiteren Wünschen zu fragen, und an Lust auf ein weiteres Bier hätte es Cicero auch nicht gemangelt. Allein es zeigte sich – da Selfservice – kein Kellner weit und breit, Cicero hatte keine Lust, sich für ein weiteres Getränk an der Bar anzustellen, blieb eben auf dem Trockenen sitzen, und das Lokal fiel um den Umsatz um. Und ein Blick auf ein paar andere Tische ergab die Vermutung, dass besagtes Problem auch bei anderen Gästen auftaucht. Ob dieses Konzept wirklich der Weisheit letzter Schluss ist?

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: i.stelzmueller@wirtschaftsverlag.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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