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Cicero trinkt unter Druck

09.03.2011

Von gehobener Gastronomie spricht man vor allem dann, wenn Küche und Service mit ihren Qualitäten den Gast beeindrucken. Je gehobener sich ein Restaurant gibt, desto mehr steigt allerdings auch die Gefahr, die Grenze zum Abgehobenen zu überschreiten.

So einen Grenzgang konnte ihr Cicero vor einiger Zeit in einem haubengekrönten Tempel erleben. Als Begleiter zu einer spektakulären Küche fanden sich nicht minder herausragende Tropfen auf der Weinkarte. Die Preise erwiesen sich nach oben weitgehend offen, nach unten durchaus atemberaubend, da ein Sechzehntel unter sechs Euro nicht zu haben war. Nun hat Ihr Cicero jedes Verständnis für ambitionierte Kalkulation.

Vom Wareneinsatz bis zum Spitzenkoch muss jede Menge Geld bezahlt werden, bevor der Wirt die Möglichkeit hat, selbst etwas zu verdienen. Auch einer Verkaufsschulung der Mitarbeiter steht Ihr Cicero wohlgesonnen gegenüber. Wenig Begeisterung kann er allerdings aufbringen, wenn ihn die Servicekraft an seiner Seite geradezu unter Druck setzt. So wurde in besagtem Nobeltempel mit rasanter Geschwindigkeit nachgeschenkt. Für jeden Schluck Wein wurde das Glas gleich um zwei Schluck aufgefüllt. Mit der gleichen Hast wurden die Mineralwasserflasche entleert, deren Preis durchaus am Vorbild der Rebensäfte ausgerichtet war. Diese Penetranz löste in Ihrem Cicero instinktiv Widerstand aus. Daher reagierte er darauf auf eine ganz spezielle Weise. Immer seltener griff er zum Glas, schließlich gar nicht mehr, um die permante Zwangsbeglückung einzubremsen. Unterm Strich brachte das ihm selbst einen eingeschränkten Genuss, dem Wirt einen bewusst limiterten Umsatz. Eine suboptimale Bilanz, meint Ihr CICERO

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: gast@wirtschaftsverlag.at (Fax: 01/546 64-360)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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