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Cicero übt sich in Langmut

04.08.2010

Japan ist bekanntlich eine Insel im Pazifik. So weit muss man allerdings nicht reisen, um japanisch zu essen. Das geht beispielsweise auch in Innsbruck, wo Ihr Cicero kürzlich in Begleitung von drei Freunden ein japanisches Restaurant aufgesucht hat.

Zum Aperitiv bestellt Ihr Cicero ein Glas Sekt, um sich spritzig auf die nachfolgenden Gerichte einzustimmen. Auf die Bestellung hin erschien der Kellner mit einer Piccolo-Flasche Prosecco, die er in jeder Hinsicht unjapanisch, vielmehr mit Tiroler Akzent mit den Worten „Machst´s Dir eh selber auf!“ abstellte, um sogleich wieder zu verschwinden. Ciceros momentane Sprachlosigkeit wich einem melancholischen Gedankenflug: „s‘Besteck liegt auf der Ablage, nimmst Dir eh selber! Der Thunfisch liegt in der Küche, schneidst dir d´Sushi eh selber!“

Ihr Cicero übte sich in diversen Variationen, die dem offenbar neuen Selbstbedienungscharakter des Restaurants weitere Impulse geben könnten. Die Qualität der Speisen hätte Ihrem Cicero in der Folge über seine Melancholie hinweggeholfen. Allerdings nur, um beim Blick auf die Rechnung erneut von ihr eingeholt zu werden. Zwischen den durchaus satten Preisen für Speis‘ und Trank hatte sich die beeindruckende Position „1 Extraportion Ingwer, 1 €“ eingenistet.

Immerhin, die Benutzung von Salz- und Pfefferstreuer waren nicht gesondert angeführt, sondern im Gedeck integriert. Ciceros Vorschlag für den Wirt: Er sollte seinen Gästen ein Trinkgeld zahlen: für eine Langmut, die jedem Japaner zur Ehre gereicht.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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