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Cicero und das Spiegelei

25.07.2013

Ihr Cicero hatte in einem renommierten Betrieb nahe der Stadt Salzburg Station gemacht und wollte sich zum Frühstück ein frisch zubereitetes Spiegelei gönnen. Also begab er sich zur Eierstation im Buffetbereich des Frühstücksraums, um bei dem dort tätigen Koch seinen Wunsch zu deponieren.

Hier stand er eine Zeitlang, suchte Blickkontakt mit seiner Hoheit in Weiß, der ihm allerdings verwehrt blieb, weil diese höchst konzentriert ein paar Eier auf die heiße Platte klopfte, dort einige Male umherrückte und schließlich augenscheinlich deutlich durchgebraten an den Rand schob, eine Variation, die gar nicht mehr nach Ihres Ciceros Geschmack war.

Dann wandte der Koch dem wartenden Gast den Rücken zu und verschwand. Nach seiner Rückkehr macht Ihr Cicero mit Nachdruck auf sich aufmerksam und brachte endlich seinen Wunsch nach einem frisch zubereiteten Spiegelei vor. Das führte zu der missmutigen Antwort, dass die auf der Platte liegenden Eier ja wohl zur Entnahme gedacht seien. „Frisch, bitte", wiederholte Cicero und ergänzte, dass er gerne warten würde. Aber es sollte nicht sein. „Geht nicht", erklärte ihm der Koch, er hätte auch noch andere Arbeiten zu erledigen und könne nicht bei jedem Ei stehenbleiben.

Schon möglich, dass der Hotelier exakt diesen Zugang zu Gastfreundschaft meint, wenn er in den Werbematerialien seines Betriebs den hohen Servicegrad hervorstreicht. Der Hinweis auf das Spiegeleierlebnis bei der Rezeption wurde jedenfalls völlig kommentarlos zur Kenntnis genommen.

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: i.stelzmueller@wirtschaftsverlag.at

 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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