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Cicero und das Werbeverbot

25.06.2008

Bereits wenige Tage nach Anpfiff zur EURO 2008 klingeln die Kassen in den Fanzonen nicht wie erwartet. Dafür mag es viele Gründe geben, die Cicero nicht analysieren möchte.

Doch das vermutlich größte Kaffeehaus der Welt, zwischen den beiden berühmtesten Wiener Museen und außerhalb der Fanzone hat ab acht Uhr geöffnet. Was gibt es Schöneres als ein Frühstück in Augenhöhe mit Maria Theresia ohne grölende Fußballfans! Cicero fährt mit seinem Drahtesel vor und will das Café betreten, da stellt sich ihm ein sächselnder Bonsai-Rambo in den Weg und meint, mit dem Sackerl dürfe er nicht hinein, denn es trägt einen verbotenen Werbeaufdruck (!) – „Öko-Einkauf, eine Initiative der Stadt Wien“. Cicero will das Sackerl einfach umdrehen oder in die Zeitung einwickeln; nun erklärt der Wachposten, mitnehmen ginge nicht, denn es (Inhalt: Lesebrille, Zeitung, Geldbörse und Schlüssel) könnte als Wurfgeschoß verwendet werden. Dass Kaffeetassen oder Barhocker bessere Wurfgeschoße abgäben, davon ist Cicero überzeugt. Mit der Menschenkenntnis der angeheuerten Wichtigtuer aus den neuen deutschen Bundesländern steht es nicht gerade zum Besten, können sie doch nicht einmal zwischen Kaffeehausbesuchern und Hooligans unterscheiden. Security-Schikanen am Vormittag fördern weder die Umsätze im Café noch in der actionfreien Fanzone. Fazit all dieser Streiterei um ein Stoffsackerl: Der Kaffee ging auf Kosten des Hauses. Auch so können die Kassen leer bleiben.


Falls Sie sich betroffen fühlen, schicken Sie uns bitte ein E-Mail: gast@wirtschaftsverlag.at oder ein Fax: 01/546 64-360.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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