Direkt zum Inhalt

Cicero und der Bärendienst

11.03.2010

Dem Erlebnis vorweggeschickt sei, dass Ihr Cicero bestimmt alles andere als ein militanter Nichtraucher ist. Daher kann er mit dem von der Interessenvertretung der Gastronomie mit dem Gesundheitsministerium ausgehandelten Kompromiss ganz gut leben.

 

Das seit Jahresbeginn geltende Gesetz verschafft den Nichtrauchern rauchfreie Restaurants und gibt Wirten andererseits unter Auflagen die Gelegenheit, sowohl Raucher als auch Nichtraucher zu bedienen. Nun begab sich Ihr Cicero dieser Tage in ein Wiener Einkaufszentrum, das unter anderem deshalb sehr beliebt ist, weil dort der Mörtel nicht von der Decke, aber fast täglich auf seine Bühne im gro­ßen Foyer fällt. Schon beim ersten Schritt aus dem Aufzug war die blaue Dunstwolke zu sehen, die kollektives Rauchen üblicherweise auslöst.

 

Und dann beim Weg entlang der Gastronomiebetriebe überall dasselbe Bild: Aschenbecher an allen Tischen und zumindest ebenso viele Raucher rundherum. Da und dort platzierte kleine Schilder mit der Bitte, auf das Rauchen zu verzichten, wirkten eher wie eine Verhöhnung denn eine Information der Gäste. Schließlich ist im Einkaufszentrum von einer Empfehlung keine Rede, laut Tabakgesetz ist hier das Rauchen schlicht verboten. Was den nicht gerade öffentlichkeitsscheuen EKZ-Betreiber übrigens dazu veranlasste, sich medial als eine Art Kreuzritter gegen das Gesetz zu inszenieren. Für eine Gastronomie, die einen Kompromiss zwischen Rauchen und Nichtrauchen anstrebt, nennt man so etwas einen Bärendienst.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Gastronomie
26.08.2013

Tabakgesetz bringt Ende einer über 90-jährigen Tradition: Café Drechsler muss auf lange Öffnungszeiten verzichten. Nach der Sommerpause öffnet das Café am 3. September als Nichtraucherlokal – ...

Cafe
26.08.2013

Tabakgesetz bringt Ende einer über 90-jährigen Tradition: Café Drechsler muss auf lange Öffnungszeiten verzichten. Nach der Sommerpause öffnet das Café am 3. September als Nichtraucherlokal – ...

Berndt Querfeld, FG Obmann der  Kaffeehäuser Wien,
Cafe
24.06.2011

Sperrstundenregelung, Tabakgesetz und Qualitäts­offensive sind die Themen, die Fachgruppen­obmann Berndt Querfeld derzeit beschäftigen

Otto Limbeck, Café Limbeck, Wien 3
Am Wort
07.04.2011

Schon bevor das Tabakgesetz am 1. Juli 2010 in Kraft getreten ist, habe ich in meinem Lokal, einem Kaffeehaus, eine Nichtraucherzone eingerichtet, die sich auch sehr bewährt hat.

Zur Umsetzung des Tabakgesetzes haben Gastronomiebetriebe viel Geld in die Hand genommen, sagt Fachverbandsobmann Helmut Hinterleitner. Das Gesetz sei daneben gegangen, meint Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner
Tourismus
17.03.2011

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner outet sich überaschend als Gegner des von ihm mitbeschlossenen Tabakgesetzes. Die Interessenvertretung ist verärgert und fordert Rechtssicherheit ein

Werbung