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Cicero und der Foknpuckl vom Grül

08.07.2010

Es gibt Speisekarten, die Ihrem Cicero – wie in der vorherigen ÖGZ erläutert – ob ihres Umfangs unangenehm auffallen. Speisekarten können freilich auch zum Erlebnis werden, das ganz wesentlich dazu beiträgt, den Gast in einen Stammgast zu verwandeln.

 Eine solche Speisekarte lernte Cicero im südlichen Kärnten kennen, wo ein Kirchenwirt den Geist einer 400-jährigen Unternehmensgeschichte in sein kulinarisches Konzept einbindet. Ganz im Kontrast zu so manchem xenophoben Gedanken, der das Bild des Bundeslandes Kärnten heute prägt, präsentiert sich diese Speisekarte in fünf Sprachen: Deutsch, Italienisch, Slowenisch, Ungarisch und – das macht den ganz besonderen Reiz aus – Kärntnerisch.

Da kommt dann etwa ein 250 g schweres Rückensteak vom Kärntner Schwein vom Grill, mit frischem Knoblauch in Olivenöl, Kräuterbutter, Pommes frites, gebratenen Speckstreifen und etwas kalter Knoblauchsoß als „A dicke Flentschn vom kharntna Foknpuckl vom Grül, dazua homma a pisale a kolte Knofltunke, gebockane Eräpfelstabalan, anige Stickalan vom geprotenan Erian-Speck“ daher. Für den der Landessprache nicht Kundigen präsentiert sich die Speisekarte gleich noch als Sprachführer. Regionale Küche und regionale Identität werden somit perfekt zusammengeführt und sorgen für etwas, das beim Essen nie zu kurz kommen sollte: für Spaß. Nachdem die Qualität der Küche der originellen Karte um nichts nachsteht, ist der Besuch dieses Kirchenwirts ein garantiertes Vergnügen.

Falls Sie sich betroffen fühlen, schicken Sie uns bitte ein E-Mail: gast@wirtschaftsverlag.at oder ein Fax: 01/546 64-538

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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