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Cicero und die echte Rechnung

19.05.2011

Das Lokal, wo dieser Vorfall passiert ist, tut eigentlich nichts zur Sache, denn Ähnliches passiert täglich in Hunderten Gastronomiebetrieben unseres Landes. Cicero lud nach einem langen Arbeitstag Kunden auf eine Flasche Wein ein.

Als gebranntes Kind sagte er jedoch nicht einfach „zahlen bitte", sondern fragte explizit nach der „Rechnung". Was er bekam war jedoch – wie leider sehr oft üblich – lediglich einen Kassa-Bon ohne ausgewiesene Mehrwertsteuer. Als Cicero nachhakte, dass er eine „richtige Rechnung" brauche, stöhnte der Kellner und meinte: „Das hätten Sie mir ja gleich sagen müssen, das dauert jetzt nämlich länger." Abgesehen von der individuellen Unprofessionalität in diesem Einzelfall stellt sich schon die Frage, wieso in vielen Gastronomiebetrieben mit modernen Kassasystemen nicht automatisch eine „richtige" Rechnung ausgedruckt wird? Um das „schwarze Wirtschaften" kann es ja kaum gehen, weil moderne Kassensysteme automatisch die gesamte Abrechnung elektronisch aufzeichnen und der Gastronom auch verpflichtet ist, diese Aufzeichnungen für eine eventuelle Steuerprüfung aufzubewahren.

Das Ausdrucken von Kassenbons statt Rechnungen erleichtert also die Arbeit der Gastronomen nicht wirklich. Abgesehen von Fällen, wo der Gast eine richtige Rechnung für die eigene Spesenabrechnung tatsächlich braucht, wirft die oft geübte Praxis, nur Kassa-Bons statt Rechnungen auszudrucken, einfach nur ein schlechtes Licht auf die gesamte Branche. Denn dass in der Gastronomie ohnehin die Hälfte „schwarz" ginge, stimmt ja für die überwiegende Anzahl an seriösen Betrieben schon lange nicht mehr. Kassa-Bons statt Rechnungen erwecken jedoch genau diesen Eindruck.

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: gast@wirtschaftsverlag.at  (Fax: 01/546 64-360)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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