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Cicero: Warmer Sekt und kaltes Schnitzel

06.02.2013

Kennen Sie den? „Herr Ober, der Kaffee ist kalt." „Wenn Sie was Warmes wollen, müssen Sie ein Bier bestellen." Ja, okay, zugegeben: Der Witz hatte wahrscheinlich schon in der Antike einen Bart.

Trotzdem musste Cicero irgendwie an ihn denken, als er kürzlich auf einer größeren Veranstaltung eingeladen war. Denn schon beim Sektempfang wurde der klassische Lehrbuch-Fehler gemacht, den Sekt viel zu lange vor Beginn des Eintreffens der Gäste in die Gläser zu gießen. Das Ergebnis: Der prinzipiell hochwertige Markensekt war lauwarm und völlig ausgeraucht. Schade drum! Ein ähnliches Spiel dann beim Tischwein: Nachschenken mussten sich die Gäste selbst aus der am Tisch ohne weitere Kühlung abgestellten Flasche. Beim Rotwein zwar kein Problem, beim Weißen aber war die Trinktemperatur auch bald über jedem Limit. Profitiert hat davon in erster Linie die vor Ort mit eigener Zapfanlage präsente Biermarke, die sich im Laufe des Abends über steigenden Zuspruch freuen durfte. Denn bei einem frischgezapften Bier stimmt eben die Temperatur genauso wie der CO2-Gehalt.

Das nächste Problem war leider – und hier kommt die Überleitung zu dem Uraltwitz am Beginn – das Buffet. Denn die Grade, die beim Sekt und Weißwein zu viel waren, haben beim Schnitzel aus der Bain-Marie eindeutig gefehlt. Jetzt ist zwar im Gegensatz zu vielen anderen Gerichten selbst ein kaltes Wiener Schnitzel durchaus genießbar, Argument ist das aber trotzdem keines. All die angesprochenen sind nämlich Standardfehler, die vermutlich in der Einführungsstunde des Kurses „Catering für Anfänger" durchgenommen werden. Noch bedenklicher dann, wenn – wie im vorliegenden Fall – das Catering von einem höchst renommierten Küchenchef stammt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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