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Cicero wird abserviert

10.04.2009

Ein Frühstück im Hotel über den Dächern Salzburgs verschönt Ihrem Cicero so manche Reise in die Mozartstadt. Dieser Tage saß er dort in einem voll besetzten Frühstücksraum und erfreute sich des morgendlichen Gesprächs mit seiner Frau. Dieses wurde kurz von einer jungen Servicekraft unterbrochen, die fragte, ob sie den Teller wegnehmen dürfte.

Zwei Minuten später ein Mitarbeiter, der sich auf Anfrage des leeren Glases bemächtigte. Nach kurzer Pause erschien wieder Servicekraft Nummer 1, der wir unsere Zufriedenheit bekundeten, bis wir einen Augenblick später Mitarbeiter Nummer 3 kennenlernten und mit ein wenig Abstand dann auch noch Nummer 4, beide zunächst mit dem Angebot, uns Kaffee nachzuschenken, dann im Bemühen, unseren Tisch von überflüssigem Geschirr zu befreien. Die Servicekräfte waren so sehr auf leere Tassen und Teller konzentriert, dass sie nicht mitbekamen, wie sie sich gegenseitig mit derselben Leistung am selben Gast überboten. Der unerwünschte Effekt: Ab einem gewissen Punkt – im konkreten Fall spätestens als Ihr Cicero zum vierten oder fünften Mal in seinem Gespräch unterbrochen wurde – kippt das Gefühl, bedient zu werden, und man fühlt sich belästigt. Dem ließe sich einfach entgegensteuern. Etwa indem die Servicekräfte für bestimmte Tische zuständig sind und sich so nicht gegenseitig in die Quere kommen. Das erhöht nicht nur die Servicequalität gegenüber dem Gast, sondern auch die Produktivität im Team.

Falls Sie sich betroffen fühlen, schicken Sie uns bitte ein E-Mail: gast@wirtschaftsverlag.at oder ein Fax: 01/546 64-360.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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