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Cicero wundert sich über Kellner

12.01.2011

Vor ein paar Wochen wurde für die Besprechung eines gastronomischen Konzepts als inspirierender Raum ein bekanntes Lokal in den Viaduktbögen der Wiener Heiligenstädter Straße ausgewählt.

 Mitten am Nachmittag war nicht allzu viel Frequenz und Cicero war der Annahme, dass das Service reibungslos vonstatten gehen wird. Dem war aber beileibe nicht so. Nicht nur, dass wir schon für die erste Bestellung lange warten mussten, fand es keiner der vorbeigehenden Herren wert, nach weiteren Wünschen zu fragen, sondern tratschten miteinander an der Schank. Die ursprüngliche Idee, das konstruktive Gespräch mit einer Flasche Wein zu begießen, wurde einstimmig verworfen. So fragte nun Cicero höflich um die Rechnung. Der Ablauf dieses Prozesses ist an Unprofessionalität kaum zu überbieten.

Der Kellner kam an den Tisch und fragte: „Wer bezahlt?“
Cicero: „Bitte getrennte Rechnungen.“ Kellner: „Ich habe nur einen Kassa-Bon, die Gäste sollen den Betrag selbst teilen.“
Einer der Gesprächspartner erklärte sich daraufhin bereit, die Rechnung zu übernehmen und schaute sich den Bon genauer an. Zwei Posten wurden nie serviert, daher auch nicht konsumiert – Betrag € 10,80. Der Gast reklamierte die Endsumme, worauf der Kellner die zwei Posten durchstrich und lapidar in schlechtem Deutsch meinte: „Da, kannst Du brauchen für Steuer.“ Der Original-Bon wurde nicht korrigiert. Dieser war dafür unterschrieben mit: „Bitte besuchen Sie uns bald wieder!“ Nun ja ...
Schade nur, dass von der Geschäftsführung niemand als Ansprechpartner anwesend war, denn hier war dringender Handlungsbedarf in Sachen gästeorientiertes Verhalten, Service und korrektes Abrechnen geboten.
Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns:

gast@wirtschaftsverlag.at
(Fax: 01/546 64-360)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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