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Coffeeshop: Das Phänomen Tribeka

12.12.2019

Seit 2003 strömen die Massen in die Grazer Coffeeshops Tribeka. Was an einem ursprünglich „schwierigen“ Standort begann, funktioniert ­mittlerweile an vier Top-Locations.

Was steckt hinter dem Erfolgskonzept? Was macht das Tribeka anders? Der Gründer und Besitzer Harry Fischer ist Barista-Profi und hat diese handwerklichen Fähigkeiten auch bei allen Mitarbeitern zur absoluten Grundvoraussetzung gemacht. 
Neben den Skills der Mitarbeiter ist die Produktqualität seit jeher überragend. Der Kaffee wird im Direct Trade eingekauft und geröstet. Vier Kaffeesorten gibt es: eine Hauptsorte aus Nicaragua, einen Spitzen-100%-Robusta-Kaffee aus Indien, einen Kaffee aus Burundi und eine Sorte speziell für den Filterkaffee. Immer „straight“, keine Blends. Der Verlängerte wird „richtig“ gemacht, das heißt kurz am Siebträger und dann mit Wasser aufgegossen. So wird der Verlängerte zu einem Erlebnis. 

TRink BEsseren KAffee

Bei der Milch greift man auf einen regionalen Bio-Frischmilch-Anbieter zurück, aber auch zwischen Hafermilch, Soja-, laktosefreier und fettarmer Milch kann gewählt werden. Iced Drinks oder Smoothies ergänzen das Angebot. Immer steht ein Krug mit frischem Leitungswasser inklusive Minze, Zitrone oder Früchten zur freien Verfügung. Zum Essen gibt es Variationen von Bagels, Ciabatta, Croissants, Kuchen, Cupcakes, Cookies. Daher eignet sich das Tribeka auch für Frühstück, Abendessen oder einen Snack zwischendurch.
Das Konzept ist angelehnt an die internationalen Coffee­shops à la Starbucks, aber kombiniert mit österreichischer Gemütlichkeit: Man bestellt und bezahlt an der Theke, die Getränke und auch die Kuchen sind sofort zum Mitnehmen, nur die frischen warmen Bagels oder Ciabatta werden innerhalb kurzer Zeit zum Platz gebracht. 

Bis zu 1.000 Tassen am Tag

Alle Lokale sind relativ groß, alle mit Gastgarten, die Einrichtung ist chillig und jung, trotzdem gemütlich. Alle vier Betriebe haben sieben Tage die Woche geöffnet, kein Ruhetag – leicht zu merken. Und die Preise im Tribeka sind moderat kalkuliert. Harry Fischer ist ein Purist, kennt die Vorzüge seines Konzeptes und zieht das entspannt durch, nicht jeder neue Trend wird panisch aufgegriffen und umgesetzt. 
Zuletzt wurde allerdings umgesiedelt, in einen neuen Betrieb mit Rösterei, aus den Filialen wurde eine Art „Minifranchise“ mit den eigenen Leuten als Franchisenehmer, Zukunftsperspektive inklusive. So hat Harry Fischer keine Dutzendschaften an Mitarbeitern mehr, sondern in der neuen Zentrale ist man nur mehr zu viert, Chefleute inklusive. Dort röstet er für die eigenen Lokale und weitere Gastronomiebetriebe in der Steiermark und Wien fast 40 Tonnen Kaffee pro Jahr. Und wer glaubt, man kann nur mit Internet und Social Media zu Gästen kommen, der irrt. Das Tribeka lebt vor allem von der guten, alten Mundpropaganda.

Autor/in:
Martin Kienreich
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