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Geld ist rund, es muss rollen. Im Vorjahr ist es nur leider nicht in Richtung Gastronomie gerollt.

Corona: Gastronomie verliert 9 Milliarden Euro

08.07.2021

Die Umsätze der heimischen Gastrobranche sind im Vorjahr 2020 um 4,4 Milliarden Euro eingebrochen, im ersten Halbjahr 2021 sogar um 4,6 Milliarden Euro. Mit einem Anstieg bei den Insolvenzen rechnet man ab 2022. 

Zahlen im Milliardenbereich haben nicht nur sehr viele Nullen, sie machen auch im Fall der heimischen Gastro-Branche deutlich, wie katastrophal das Vorjahr und das erste Halbjahr 2021 abgelaufen sind. Diese Krise ist so richtig teuer, und zwar in jeder Hinsicht.

Wie der Standortberater Regioplan nun meldet, entgingen der heimischen Gastronomie 2020 und im ersten Halbjahr 2021 insgesamt rund 9 Milliarden Euro. Betrugen die Gastro-Umsätze 2019 noch rund 12 Mrd. Euro, sanken diese im Krisenjahr 2020 um 4,4 Mrd. auf 7,6 Mrd. Euro, was einem Umsatzrückgang von rund 37 Prozent entspricht. Die Aussichten für 2021 sind ähnlich bescheiden. Im ersten Halbjahr seien die Umsätze um 4,6 Mrd. Euro eingebrochen. Die Umsatzrückeinbußen trafen allerdings nicht alle Bereiche der Gastronomiebranche gleich stark. Während Nachtgastronomie und Berghütten oftmals Totalausfälle zu verzeichnen hatten, spürten beispielsweise Cateringunternehmen für Gesundheitseinrichtungen laut dem Standortberater keine Umsatzverluste.

Insolvenzen halbiert ...

Die Insolvenzen in der Gastronomie hätten sich im Jahr 2020 zwar auf 360 halbiert, durch staatliche Förderungen und die temporären Änderungen im Insolvenzrecht gebe es allerdings einen Rückstau, der auch 2021 anhalten werde.

... aber das dicke Ende kommt noch

Regioplan rechnet mit einem "Nachholen" und rund 1.400 Insolvenzen in der Gastronomie und Beherbergung im Jahr 2022. Profitiert hätten im vergangenen Jahr vor allem Zustelldienste. Deren Bedeutung werde in den kommenden Monaten weiter zunehmen, unter anderem auch durch den Ausbau von "Geisterküchen". Dabei handelt es sich um virtuelle Restaurantmarken, die von Lieferdiensten entwickelt und an Lokale vergeben werden. Eine Pizzeria kann damit beispielsweise neben ihren eigenen Gerichten auch Burger oder Burritos anbieten - unter einem anderen Namen. Damit übernähmen die Zustelldienste nicht wie bisher lediglich die Logistik für die Gastronomie, sondern würden zu tatsächlichen Mitbewerbern in der Branche, so Regioplan. Der Lieferdienst Mjam kündigte im Februar an, im Jahr 2021 mehrere hundert solcher "Ghost Kitchens" im ganzen Land zu errichten.

Autor/in:
Alexander Grübling
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