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Damit die Grillparty nicht zum flammenden Inferno wird

30.05.2005

Sobald das Wetter es halbwegs zulässt, liegt er wieder in der Luft: Der Duft gegrillter Kotelettes und Würstel. Vor allem Männer verfallen in den Sommermonaten in ihre steinzeitliche Rolle als Herr des Feuers, nur leider wenden sie nicht immer die probatesten Mittel an, um die Glut anzufachen.

"Das ist vermutlich auch die Ursache dafür, dass etwa zwei Drittel jener 1.000 Menschen, die sich pro Jahr beim Grillen verletzen, Männer sind", stellt DI Bernhard Noll, Leiter des Instituts für technische Sicherheit, fest. Damit die Gäste der Grillparty nicht zu armen Würstchen werden, sollten daher einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Grillen ist nicht nur für das Fleisch eine heiße Angelegenheit. Der gesamte Griller erreicht brenzlige Temperaturen, deshalb ist ein gerader, rutschfester und vor Umsturzgefahr gefeiter Standplatz die wichtigste Voraussetzung. Servietten, Pappteller und Plastikbecher gehören auf den Tisch, der natürlich in sicherer Distanz vom offenen Feuer steht. Auch leicht entzündbare Materialien wie Öl, trockenes Gras, Bäume oder Holzstöße sind keine ideale Barbecue-Umgebung. Deshalb ist es sinnvoll, vor dem Grillen auch die Windrichtung zu
beachten.

Holzkohle verleiht dem Fleisch den typischen Grillgeschmack. Dass ein
Holzkohlengrill wegen der Rauchentwicklung und des möglichen
Funkenfluges nichts in geschlossenen Räumen zu suchen hat, versteht
sich von selbst. Es ist nicht klug, während des Grillens Kohle nach
zu füllen, deshalb sollte gleich zu Beginn die benötigte Menge
aufgelegt werden. Die besten Anzündhilfen sind an der Kennzeichnung
ÖNORM EN 1860 oder DIN 66358 erkennbar, wobei feste Anzündhilfen am
sichersten sind. Spiritus oder gar Benzin dürfen auf keinen Fall zum
Einsatz kommen: Auf den glühenden Kohlen verdampft die Flüssigkeit
zum hochexplosiven Dampf-Luft-Gemisch, das sich rasend schnell
ausbreitet, bevor es sich entzündet! Personen im Umkreis von mehreren
Metern können schwer verletzt werden.

Erst wenn sich auf der Holzkohle eine weiße Ascheschicht gebildet
hat, können Würstel & Co aufgelegt werden. Solange die Grillkohle
durchbrennt, werden nämlich Gase frei, die nicht an das Grillgut
gelangen sollten. Aluschalen verhindern, dass Fett auf die heißen
Kohlen tropft, sich entzündet und krebserregende Dämpfe erzeugt. Nach
dem Grillen die restliche Asche ausglühen lassen und vor dem
Entsorgen am besten noch einmal mit Wasser ablöschen.

Gasgriller werden meistens mit Flüssiggas betrieben. Am
gefährlichsten ist dabei der Kartuschenwechsel: Oft kommt es vor,
dass aus undichten Anschlüssen Gas austritt, das an Zündquellen in
der Umgebung wie heißen Oberflächen und Kerzen entflammen kann. Nach
dem Grillen muss auf jeden Fall festgestellt werden, ob die Gaszufuhr
auch wirklich unterbrochen ist, indem nicht nur der Schalter des
Grillers auf "Aus" gestellt, sondern auch das Flaschenventil
geschlossen wurde.

"Egal ob Holzkohlen-, Gas- oder Elektrogriller: Ein Kübel Wasser oder
ein Feuerlöscher sollten immer griffbereit in der Nähe stehen", rät
Noll. "Und vor allem Kinder, auf die Feuer oft eine große Faszination
ausübt, sollten sich keinesfalls unbeaufsichtigt in der Nähe des
Grillers aufhalten."

Falls doch einmal etwas passiert, sollte folgende Handlungs-Reihenfolge beachtet werden:

1. ALARMIEREN: Notrufnummer Feuerwehr 122
2. RETTEN: Eventuell verletzte Personen
3. LÖSCHEN: Mit Feuerlöscher, Wasserkübel oder Gartenschlauch

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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