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Der Brauhof in der äußeren Mariahilfer Straße in Wien braut sein eigenes Bier im Haus und kooperiert eng mit der Kaltenhausener Spezialitäten Brauerei.

Darling, ich bin im Brauhof

22.08.2019

66 Zimmer, 120 Betten, eine Brauerei und ein starker Fokus auf die hauseigene Gastronomie: Das neu eröffnete Brauhotel in der äußeren Mariahilfer Straße ist europaweit einzigartig.

Das Brauhof-Team: Stefan Wagenbichler (l.), zuständig für Personal und Verwaltung, und Betriebsleiter Moses Draxl vor der komplett aus Holz gestalteten Rezeption.
Doppelzimmer mit beachtlicher Raumhöhe und Fitnessgerät.

Es gibt keine Hauptstadt in Europa, die ein Brauhotel hat. Zumindest war das bis vor kurzem so. Wien hat jetzt ein Brauhotel, und was für eins: Ein Hotel auf Vier-Sterne-Level mit eigener Brauerei und großer Gastronomie, die selbstverständlich auch die „Locals“ anziehen soll. Was nach dem wahr gewordenen Traum eines Bier-Aficionados klingt, ist ein Herzensprojekt des Wiener Gastronomen Markus Schilling (Gastwirtschaft Schilling). 

Bier aus eigener Brauerei

Die Eckdaten: 66 Zimmer, 120 Betten, aufgeteilt auf drei Trakte eines wunderbar sanierten Gründerzeithauses in der äußeren Mariahilfer Straße. Hier befand sich früher einmal das Hotel Holzwarth. Der monumentale Straßentrakt mit Balkons und Dachaufbauten ist erhalten geblieben. Hier wurde nicht wahllos erneuert, man hat sich vielmehr dazu entschlossen, so viel wie möglich von der alten Bausubstanz und vor allem die vorhandenen Details zu erhalten. Die Hauptrolle spielt hier aber Bier. Das zieht sich thematisch durchs gesamte Haus und wird auch in den Zimmern inszeniert. Es gibt mit Bierspezialitäten prall gefüllte Kühlschränke in den Zimmern, die Gänge zieren zum Teil historische Brauerei-Aufnahmen und Bier-Reklamen. 

Einer der USPs des Brauhofs ist die hauseigene Brauerei. Im Nebengebäude hat sich die Brau Union eingemietet und wird dort eine Brauanlage betreiben. Diese wird von der Kaltenhausener Spezialitäten Brauerei (Braumeister Martin Simion) betreut. Vereinbart wurde, dass das Hotel ein Mitspracherecht bei den Suden hat und im Gegenzug das im Haus gebraute Bier kauft. Außerdem soll es Braukurse, Verkostungen und Bierkulinarien, Seminare und Biersommelier-Kurse geben. Entsprechende Räumlichkeiten sind vorhanden. Im Innenhof – hier finden etwa 150 Gäste unter wunderschönen alten Kastanien Platz – steht auch eine alte Steinstatue des heiligen Florian, Schutzpatron der Bierbrauer und Feuerwehrleute. Idyllischer geht’s fast nicht. 

Acht Biere vom Fass

Der Charakter des Biergartens bleibt im Inneren des Gastrobereichs erhalten. Hier sorgen Holzbänke und -tische für ein heimeliges Flair. Im Barbereich befindet sich ein Schau-Kühlhaus mit zwei Tausend-Liter-Biertanks, in denen das hauseigene (Tank-)Bier gelagert wird. Gleich neben dem transparenten Kühlhaus gibt es als weiteres Highlight ein knapp fünf Meter langes Craft-Bier-Kühlregal. Getränkepartner ist Ammersin. Acht Biere gibt es vom Fass, beim Besuch der ÖGZ waren drei Kaltenhausener Spezialitäten (Kellerbier, Original, Pale Ale) angeschlagen. Weitere Fass-Highlights: Schwechater Hopfenperle, Reininghaus Jahrgangspils und Punk IPA von Brew Dog.

Was die Küche angeht, setzt man auf „Wiener Küche in Top-Qualität“. Die Personalsuche lief laut Betriebsleiter Moses Draxl problemlos ab, mit Küchenchef Michael Neumaier wurde ein Profi gefunden, der zuvor in der Gastwirtschaft Schilling im siebenten Bezirk tätig war. Fünf Köche plus Küchenhilfen sind in der Küche tätig. Insgesamt sind ca. 40 Mitarbeiter im Haus beschäftigt, die Zimmerreinigung übernimmt ein externer Dienstleister. 

Die ersten Wochen seit der Eröffnung haben gezeigt, dass man auf einem guten Weg ist: Die Hotelbewertungen auf Buchungsplattformen wie etwa Booking.com sind „hervorragend“, die Gastronomie im Haus war im ersten Monat nach der Eröffnung bereits kostendeckend. Zum Gesamtumsatz des Hauses soll der Gastrobereich etwa 60 Prozent beitragen, prognostiziert Markus Schilling.  
www.brauhof-wien.at

Autor/in:
Alexander Grübling
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