Direkt zum Inhalt
Die Region Serfaus-Fiss-Ladis wurde mehrfach als Familiendestination ausgezeichnet, zuletzt für den Erlebnispark Hög mit dem Tiroler Touristica Award 2017.

Das Abenteuer am Berg geht weiter

12.09.2017

Auf der Suche nach Inspiration pilgern Touristiker-Delegationen nach Serfaus-Fiss-Ladis. Die Region hat sich vor allem als Familien- und Kinderparadies und Ganzjahresdestination positioniert. Ein Erfolgsmodell.

Im Juli 2017 eröffnete der Piratenweg in Serfaus: Es ist wieder ein von Kinderbuchautor Thomas Brezina gestalteter Abenteuerweg.
Die Abenteuerberge in der Region wurden vor zehn Jahren eröffnet und waren Vorreiter der Themenwege im Alpenraum.

Es gibt zwei Begriffe, die auffällig oft genannt werden, wenn man mit den Verantwortlichen des Tourismusverbandes Serfauf-Fiss-Ladis spricht: Hotellerie und Gastronomiebetriebe – sie werden als Leistungsträger bezeichnet. Die Bergbahnen sieht man als ebenbürtiger Partner. Gemeinsam manifestiere sich darin die touristische Erfolgsformel von 1,5 Mio. Winter- und 960.000 Sommernächtigungen. „Da liegen wir gut im Rennen“, sagt TVB-Geschäftsführer Josef Schirgi. Im Winter sehe man das Ende der Fahnenstange erreicht. Im Sommer sei aber noch genügend Luft nach oben. 

Neu erfinden

Um vielleicht schon 2018 die Millionengrenze auch bei den Sommernächtigungen zu knacken, tut die Region das, was sie am besten kann. Nämlich sich laufend neu zu erfinden und an der Qualitätsschraube zu drehen. „Wir wollen eine Vorreiterrolle einnehmen. Wir sehen uns als Urlaubs-park, was die Dienstleistung, den Service, die Sicherheit und das Gesamtangebot betrifft. Wir haben laufend Touristiker-Delegationen in der Region, die sich das ansehen. Wir arbeiten daran, immer ein wenig schneller zu sein als die anderen, und das ist uns, glaube ich, in den letzten zehn Jahren gut gelungen“, meint Schirgi. Genauso wichtig sei auch das Bestehende zu hegen und zu pflegen. 

Die berühmte U-Bahn

Das geschieht gerade mit der U-Bahn. Vor 30 Jahren machte die heute 1.100 Einwohner zählende Gemeinde Serfaus mit der ersten Dorf-U-Bahn Europas und nach Wien und Linz der dritten U-Bahn Österreichs von sich reden. 
Aktuell werden die U-Bahn und der 1.280 Meter lange Tunnel modernisiert. Die neue Bahn wird auf 1.400 Meter Seehöhe in drei Bauabschnitten bis 2019 komplett erneuert, um statt bisher 1.600 Personen bis zu 3.000 Personen in der Stunde transportieren zu können. 

Zehn Jahre ist es mittlerweile auch her, dass die Abenteuerberge und -wege, gestaltet vom österreichischen Kinderbuchautor Thomas Brezina, eröffnet wurden. „Das war damals eine absolute Innovation, etwas ganz Neues, nämlich Geschichten am Berg zu erzählen, die dann zu Erlebnissen werden“, erinnert sich TVB-Obmann Franz Tschiderer. Man habe anfangs gezweifelt, ob die Idee angenommen werde. „Es haben mittlerweile tausende Kinder die Abenteuerberge passiert. Es ist eine absolute Erfolgsgeschichte“, so Tschiderer. 
Gemeinsam mit dem Hexenwasser in Söll im Tiroler Unterland wirkten die Abenteuerberge in Serfaus-Fiss-Ladis vor zehn Jahren als eine Art Initialzündung.

Erlebniswelten für Kinder und Familien am Berg bildeten den Beginn der „Themenwege“, die sich mittlerweile als Attraktion für Gäste nicht nur in Tirol durchgesetzt haben. „Unsere Abenteuerberge dürften dazu beigetragen haben, dass es nicht nur in Tirol, sondern auch im Alpenraum viele Nachfolgeprojekte gab“, ist Josef Schirgi überzeugt. Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum eröffnete Mitte Juli 2017 mit dem Piratenweg ein weiterer „Thomas Brezina Abenteuerweg“ in der Region. Der neue Themenweg unterscheidet sich von seinen Vorgängern durch seine „Durchdachtheit und Digitalisierung“. 

Überhaupt vergeht kaum eine Saison in der Region, in der nicht investiert wird. Rund 300 Mio. Euro flossen in den vergangenen zehn Jahren seitens der Bergbahnen in Infrastruktur und Attraktionen am Berg. Die jüngsten Neuinvestitionen waren die Eröffnung des Bikepark Fiss 2014, die Eröffnung der Erlebniswelt Högsee an der Mittelstation Alpkopf im Jahr 2015 mit Badesee, Tret- und Ruderbootverleih, der „Schneisenfeger“-Alpine Coaster und das neue Bedienrestaurant mit 450 Innen- und Außensitzplätzen. Ebenfalls 2015 wurde eines der modernsten Skidepots in den Alpen mit 4.000 beheizten und selbstreinigenden Kästen in Fiss eröffnet.

Ganzjahresdestination

Die Region entwickelt sich nicht zuletzt aufgrund des Investitionsschubs zu einer Ganzjahresdestination. „Der Mix passt. Wichtig ist, dass wir keine kalten Betten und Sommer wie Winter alle Betriebe geöffnet haben“, betont Schirgi. Die Sommersaison dauere bereits bis zum 5. November. Ruhige Monate wie den Mai brauche es für Revision und Regeneration. Die Bergbahnen seien bereits ein Ganzjahresbetrieb, da auch Lehrlinge ausgebildet werden vom Elektriker bis zum Schlosser und in den Bergrestaurants vom Koch bis zum Konditor.  

Durch den hohen Familienanteil bei den Gästen in der Region sei das Gefüge zwischen Hotellerie, Apparte-menthäusern, Pensionen und Ferienwohnungen ausgewogen. „Familien brauchen Platz und können aus einem großen Angebot wählen.“ Es reicht vom Urlaub am Bauernhof in der Höchstkategorie mit fünf Blumen über Privatzimmer, Pensionen, Aparthotels, mehr als 40 Vier-Sterne und Vier-Sterne-Superior-Betriebe bis hin zu den zwei Fünf-Sterne-Hotels, eines davon sogar ein Fünf Sterne Superior.

Autor/in:
Barbara Egger
Werbung

Weiterführende Themen

Tourismus
03.12.2018

Zwischen Kappl und St. Anton wird es keine Zusammenlegung der Skigebiete geben. Umweltgründe ausschlaggebend. 

Hochlandrinder im Almenland.
Gastronomie
28.11.2018

Eine kleine Tourismusregion in der Steiermark zeigt vor, wie man mit gutem Programm und viel Zusammenhalt auf eine gezielte Erfolgsspur kommen kann. Die ÖGZ hat sich im Almland umgesehen.  

Tourismus
21.11.2018

Der Deutschen Tourismusverbands  (DTV) initiert eine Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit.

Tourismus
20.11.2018

Ex-UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und Ministerin Köstinger sprachen über Wege des nachhaltigen Wirtschaftens.

Werbung