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Das Beurteilungsgespräch

11.04.2003

Mitarbeiterbesprechungen. Jeder Gastwirt ist stolz auf seinen Betrieb, sobald der Gast am Ende des Mahles seine Zufriedenheit zeigt. Menschen leben von Speis und Trank – und der Wertschätzung ihrer Mitmenschen. Auch jeder Mitarbeiter wird mit einem besseren Gefühl nach Hause gehen, wenn ihn der Chef positiv auf seinen Arbeitseinsatz, Kollegialität und fachliche Fähigkeiten anspricht. Es ist nun einmal ein verstärkendes Signal, das dann ausgestrahlt wird. Das verstärkende Signal gibt es auch im Fall, dass der Vorgesetzte mit der Leistung nicht so zufrieden wäre. Hier muss man einen Umkehrmechanismus einsetzen, um den Menschen vom Arbeitsplatz nicht mit einem unguten Gefühl nach Hause gehen zu lassen.

Die Technik des Beurteilungsgespräches. Man sollte sich angewöhnen, den Assistenten erst allgemein auf seine Tätigkeit anzusprechen, dann die Punkte hervor heben, die ihn zu einen geschätzten Mitarbeiter machen und dann mit den Worten „Wir müssen aber auch über diese und jenes reden“ auf die Unzulänglichkeiten kommen. Es ist besser ihn mit den Worten „Wie sehen Sie das?“ zu Wort kommen lassen, als ihm nur zu sagen, was Sie sich von ihm erwarten. Das können Sie immer noch. Es wäre ja möglich, dass er, sich seiner schwachen Leistung bewusst ist.

Überhaupt darf ein Beurteilungsgespräch kein Monolog des Vorgesetzten sein, sondern sollte ein gegenseitiges Informieren über den Stand der Dinge sein. Dass ein Ende mit Schrecken besser ist als ein Schrecken ohne Ende, ist schon mehrmals gesagt worden, und von uneinsichtigen Mitarbeitern wird man sich, nach einigen Versuchen, sie auf Ihre betrieblichen Vorstellungen einzuschwenken, trennen.
Periodische Auseinandersetzung mit der Leistung. Es gibt Angestellte und Arbeiter, die ihre Leistung regelmäßig bringen, und es gibt andere, die regelmäßig, darauf angesprochen werden müssen. Dass er, der ein Musterbeispiel an Zuverlässigkeit ist, nie auf ein Mitarbeitergespräch eingeladen werden sollte, ist paradox. Daher werden wir uns einen Plan machen, um neben den anlassbedingten Besprechungen einmal im Vierteljahr mit jedem unserer Assistenten ein Gespräch zu führen.

Bereiten Sie sich darauf vor und überlegen Sie genau, welche Punkte zu besprechen sind. Ist das Verhalten zu den Gästen ein Thema, das Verhältnis zu den Kollegen, Vorgesetzten oder „Untergebenen“, die Pünktlichkeit, die fachliche Kompetenz, die Loyalität, das Arbeitstempo, die Freundlichkeit? Fertigen Sie sich wirklich eine Liste an von Eigenschaften, die Sie für Ihren Betrieb, Ihr Unternehmen als wichtig sehen, und vergleichen Sie diese Liste mit den Leistungen und dem Verhalten Ihrer Mitarbeiter.
Nach der Besprechung sollte der Mitarbeiter das Gefühl haben, dass Sie sich um ihn kümmern, und dass es Ihnen ein Anliegen ist, ihn auf ein höheres Niveau zu bringen. Menschen, die das Gefühl bekommen, dass man etwas von ihnen „hält“, entwickeln sich besser als jene, die sich nur als Rädchen der Maschine sehen.

Das Wichtigste in Kürze:
* Lassen Sie Ihren Mitarbeitern Ihre Wertschätzung spüren
* Wenn es Probleme gibt, sprechen Sie nicht nur das Negative an, sondern streichen Sie auch die positiven Punkte hervor
* Streben Sie den Dialog an und vermeiden Sie den Monolog
* Gehen Sie vorbereitet in eine Besprechung
* Auch „problemlose“ Mitarbeiter verdienen Ihre Beachtung

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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