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Das Burgenland hat ein Problem

11.02.2019

Während alle Bundesländer teilweise satte Pluszahlen vermelden, gingen die Nächtigungszahlen im Burgenland um 1,4 Prozent zurück. Die Tourismusverantwortlichen reagierten auf teilweise heftige Kritik der Opposition und nannten Gründe für den Rückgang.

Nur der Neusiedlersee reicht nicht für gute Zahlen

So wies auf einer Pressekonferenz Landesrat Alexander Petschnig darauf hin, dass mehrere große Hotels – wie etwa das Kurhaus Marienkron, eine Kuranstalt in Bad Tatzmannsdorf oder zwei Hotels in Jennersdorf – über mehrere Wochen geschlossen hatten. Allein diese Hotels haben zusammen einen Ausfall von rund 50.000 Nächtigungen bewirkt.
Allerdings stellte sich auch Petschnig die Frage, „warum das Burgenland beim Wachstumspfad der anderen Bundesländer nicht mithalten kann“?

Ungünstige Megatrends

Der Tourismus-Landesrat gab gleich selbst die Antwort: Der burgenländsiche Tourismus könne drei große Trends im Tourismus nicht bedienen: Städtetourismus, die Flucht der Sommerurlauber in die kühleren Berge und schließlich gestiegen Ansprüche: „Dort, wo investiert und ein neues Angebot geschaffen wird, mache sich das in einem Plus bemerkbar“, sagte Petschnig.

Hier sieht auch Burgenland Tourismus-Geschäftsführer Hannes Anton noch viel Potenzial: „Wir haben ein Riesen-Qualitätsproblem“, so Anton, der unter anderem auf „nicht klimatisierte Zimmer“ hinwies. Es sei ein Investitionsschub notwendig, um mit anderen Bundesländer mithalten zu können.

Was den Tourismuschef weiters ärgert: „In Illmitz wurde ein Hotel am See verhindert, und in Weiden wurde ein Hotel am See verhindert. Das wären alles Projekte, die wir brauchen würden“, so Anton, der auch in Eisenstadt Nachholbedarf – etwa im Bereich des Seminartourismus – ortet.

Was den Tourismus-Direktor positiv stimmt, ist die Jahresbettenauslastung von 36,5 Prozent. „Im Bundesländervergleich liegen wir hier vor Vorarlberg, der Steiermark, Oberösterreich, Kärnten und Niederösterreich an vierter Stelle.“ Die Entwicklung  des Tagestourismus gibt immerhin Anlass zur Freude. Der Zuwachs von 2014 auf 2018 betrug 36 Prozent. Der große Quotenbringer ist dabei das McArthurGlen Designer Outlet Parndorf mit rund 6 Millionen Besuchern pro Jahr.

 

RED/meinbezirk.at

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