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Das Jahr danach – eine Bestandsaufnahme der Salzburger Hotellerie nach der UEFA EURO 2008

23.10.2009

Seit 1998 erhebt und sammelt Horwath Tourismus Consulting Austria mit Sitz in Salzburg monatlich relevante Kennzahlen (Zimmerauslastung, durchschnittliche Zimmerrate, Gesamterlöse pro verfügbarem Zimmer und durchschnittliche Mitarbeiter pro Zimmer) der ansässigen 4* Kettenhotellerie in der Stadt Salzburg und stellt den sieben Teilnehmern dieses sogenannten "City Hotel Survey" die anonymisierten Ergebnisse halbjährlich in Form von Tabellen und Grafiken in einer vergleichenden Analyse zur Verfügung.

Nun ist mehr als das halbe Jahr 2009 vorüber und somit Zeit, um über die Veränderungen in der 4* Kettenhotellerie in Salzburg seit der im Juni stattgefundenen UEFA EURO 2008 und natürlich angesichts der globalen Wirtschaftskrise Bilanz zu ziehen. Hier springt vor allem eines ins Auge: der Juni - beachtliche Ergebnisse während der Fußballspiele 2008, deutlich merkbarer Rückgang während des "normalen" Jahres 2009. So sank zum Beispiel die durchschnittliche Zimmerauslastung sämtlicher Hotels im Juni von 74,3% im Jahr 2008 auf 65,4% im Jahr 2009 um 8,9 Prozentpunkte. Nur die Monate Februar und März 2009 traf es in puncto Zimmerauslastung noch härter (-12,1 bzw. -13,0 Prozentpunkte). Auch ganz deutlich die Verluste hinsichtlich Gesamterlöse pro verfügbarem Zimmer: Nahmen die Hotels der 4* Kettenhotellerie in Salzburg im Juni 2008 noch durchschnittlich EUR 101,- ein, so waren es im Juni 2009 nur noch durchschnittlich EUR 59,- also ein Minus von 41%. Dem gegenüberzustellen ist die durchschnittliche Zimmerrate, die während der EURO 2008 deutlich höher lag als im Juni dieses Jahres: EUR 101,83 betrug sie im Juni 2008 und EUR 63,95 im Juni 2009. Die erhöhte Zimmerauslastung 2008 erforderte auch einen erhöhten Mitarbeitereinsatz. So waren im Juni 2008 pro 4* Zimmer in Salzburg 0,33 Mitarbeiter beschäftigt, während es im Juni 2009 0,30 waren (-9%). Die Veränderung der genannten Kennzahlen fiel nicht nur im Juni, sondern auch in den restlichen Monaten - man könnte schon fast sagen erwartungsgemäß - negativ aus. Doch dabei hielten sich die Rückgänge in Grenzen.

Welche Erkenntnis zieht Dr. Konstantin Ploberger, geschäftsführender Gesellschafter von Horwath HTL Austria aus diesen ernüchternden Zahlen? Die Hoteliers sollten gewiss nicht den Mut verlieren und versuchen durch unnötig hohe Preisreduktionen die Nachfrage zu stimulieren. Im Juni 2008 erreichten unsere Hotels Ergebnisse, die sonst in Europa nur in Paris, London und Moskau zu erzielen waren. Sie stellen in Österreich gewiss keine Benchmark für die kommenden Jahre dar. Andererseits wird die durch den Konkurs der Investmentbank Lehman Brothers ausgelöste Finanz- und Wirtschaftskrise nicht von Dauer sein. Sie bewirkte eine vorübergehende Rezession, die zum Glück von den internationalen Organisationen (wie IWF) und den Staatenbündnissen (wie G20) und der österreichischen Regierung durch entsprechende Programme vorerst gemeistert wurde. Dies wird sich wieder positiv auf das Wirtschaftswachstum und in der Folge auf die wirtschaftlichen Daten der Hotellerie, auch in der Stadt Salzburg, auswirken.

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Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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