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Das neue Kontingent

09.05.2006

Die WKO schlägt eine Splittung der Saisonier-Kontingente vor und erhofft sich davon mehr Flexibilität.

Das Kontingent für die Sommersaison 2006 liegt im Parlament zur Begutachtung vor: Eingebracht sind 5.862 Saisonmitarbeiter. Das sind um 10 Prozent weniger als im Vorjahr.“
Der Spartenobmann des Tourismus in der WKO, Komm.-Rat Hans Schenner, trägt die Zahlen anlässlich eines Journalistentreffen in St. Anton/Arlberg recht emotionslos vor. Wenig überraschend seien es wie in den Jahren zuvor weniger als gewünscht – der Antrag belief sich auf 6.249. Und die Branche stoße sich einmal mehr am späten Zeitpunkt der Kontingent-Freigabe. Am 2. Mai – das ist der Zeitpunkt für das Go – habe schon so mancher Betrieb die Sommersaison eröffnet. Und erst jetzt könne der formale Ablauf zur Beschäftigung von Saisoniers gestartet werden.
Um zumindest diesem Missstand Abhilfe zu verschaffen, schlägt Schenner dem Arbeitsminister Martin Bartenstein ein neues Modell vor. Dieses setzt am Status der neuen EU-Mitgliedsländer an, die derzeit gleichermaßen wie Nicht-EU-Länder nur über Kontingente Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt haben.
„Unser Vorschlag: Man splittet das Kontingent, z. B. 50:50, und gibt den Teil für die neuen EU-Länder schon deutlich früher frei. Damit bleibt die Höhe des Kontingents unbeeinflusst, und der Tourismus kann sich seinen Arbeitskräftebedarf deutlich früher und flexibler einteilen.“
„Eine wirklich gute Idee“, meint dazu der neue Tourismussprecher im EU-Parlament, Othmar Karas. Damit könnte die generelle Vereinbarung zum Arbeitsmarkt aufrecht erhalten und zugleich der Status für die neuen EU-Mitglieder doch verbessert werden.
Für eine gewisse Entschärfung des touristischen Arbeitsmarktes haben freilich auch die deutschen Branchenmitarbeiter gesorgt. Immerhin waren 2005 österreichweit rund 9.400 Deutsche in österreichischen Tourismusbetrieben beschäftigt – fast die Hälfte davon übrigens in Tirol. „Am liebsten sind uns freilich nach wie vor österreichische Arbeitnehmer“, betont Schenner, und das weniger aus Nationalbewusstsein als vielmehr einem betriebswirtschaftlichen Aspekt. Jeder ausländische Arbeitnehmer braucht zusätzlich zum Lohn ein Quartier. Der österreichische Mitarbeiter im Regelfall nicht. Damit ist er am kostengünstigsten.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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