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Sigi Menz (Obmann Verband der Brauereien Österreichs), Jutta Kaufmann-Kerschbaum (GF Verband der Brauereien Österreichs), Conrad Seidl, Gabriela Straka (Brau Union Österreich), Karl Kolarik.

Das Recht auf ein schön gezapftes Bier

02.05.2019

Wie die Zeit vergeht: Conrad Seidls Bierguide feiert heuer sein 20-jähriges Jubiläum und dokumentiert eindrucksvoll den Status quo der österreichischen Bierkultur.

Ein dünnes Heft, keine 200 Seiten: Das war der erste Bierguide, der vor nunmehr 20 Jahren – ebenfalls im Wiener Schweizerhaus – präsentiert wurde. Conrad Seidls Guide wurde von Jahr zu Jahr umfangreicher, die Produktion immer aufwendiger. „Manchmal“, so sagte er im Rahmen der Präsentation der Jubiläums-Ausgabe, „sperren Lokale auch deshalb zu, weil sie zu früh da waren“. Tolle Lokalkonzepte, die jedem Bierliebhaber gefallen, poppten auch rund um das Jahr 2000 auf. Überlebt haben sie leider nicht alle. Der Grund dafür ist relativ simpel: Biertrinker gab es immer viele. Aber noch nicht so viele Biergenießer. 

Einfach ein Märzen

Vor 20 Jahren hat ein durchschnittlicher österreichischer Braumeister auch noch nicht gewusst, wofür die Buchstabenkombination „IPA“ (India Pale Ale) steht. „Heute werden einige der besten IPAs der Welt in Österreich gebraut“, sagt Seidl. Die Brauer denken heute anders, internationaler. Außerdem versuchen sie auch die Gäste, die Konsumenten, zu erziehen. Man braut nicht unbedingt das, was den Gästen schmeckt. Man hat heute auch das Selbstbewusstsein, den Gast geschmacklich an etwas heranzuführen, ihn zu erziehen. Bei aller Euphorie darf man aber Folgendes nicht vergessen: Der Gast, der einfach „ein Bier“ bestellt, hat ebenso das Recht, ein schön gezapftes klassisches Märzen serviert zu bekommen. 

Der Guide ist heute auf 452 Seiten angeschwollen und stellt nicht nur die wichtigsten Bierinnovationen vor, sondern auch Besichtigungs- und Ab-Hof-Verkaufsangebote der in zwei Jahrzehnten ebenfalls auf einen vielfachen Umfang gewachsenen Braue-reiszene und natürlich wieder an die 1.200 Bierlokale. Das sind die Besten: 

Bierlokale des Jahres

Burgenland: Hopfen & Söhne, Eisenstadt

Kärnten: Hotel Prägant, Bad Kleinkirchheim

Niederösterreich:Denkenhof, Kilb

Oberösterreich: Fruhstorfer, Vöcklabruck

Salzburg: Markterwirt, Altenmarkt/Pongau

Tirol: JaTi-Burger&Craft Beer, Sölden

Vorarlberg: Braugaststätte Löwen Tisis, Feldkirch

Wien: Bierraum

Steiermark: Sudhaus & Schalander, Graz

Bierinnovationen des Jahres (Auswahl)

Tyroler Imperial Hell, Zillertal Bier
Brett Affe, Brew Age
Brotbier, Brauerei Gusswerk
Gallink, Bevog Brewery
Kiesbyes Waldbier 2018 Holzbirne
Native Tongue, Brauwerk
Red Stone, Frastanzer

 

Autor/in:
Alexander Grübling
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