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Die Hoteltrends 2021 stehen im Zeichen der Corona-Pandemie. Aber nicht nur.

Das sind die Hoteltrends 2021

11.02.2021

Von A wie Antigentests bis Z wie Zimmerwahl. Das sind die Trends und Tipps für Hoteliers, die 2021 die Branche bestimmen werden.

 

Die Prizeotel-Gruppe wird immer smarter – am Hotelzimmer. Nebenbei schafft man jetzt auch noch die Barzahlung ab.
Digitaler Check-in in der Azimut-Gruppe.
Schlagworte, Übersicht und Begriffserklärung

Antigen-Test: Niemand weiß, welche neuen Verordnungen auf die Hotellerie zukommen, 2021 steht aber vermutlich im Zeichen von negativen Coronatests beim Check-in. Wer vorsorgt und eigene Antigen-Tests anbietet, lockt Kunden an.

 

Freie Zimmerwahl: Mit Services wie dem digitalen Check-in von Hilton können Gäste ein bestimmtes Zimmer vor der Ankunft auswählen, genau wie bei der Auswahl eines Sitzplatzes in einem Flugzeug.

 

Mobile Buchungen: Immer mehr Gäste buchen ihre Urlaube auf dem Smartphone. 2021 ist es umso wichtiger, dass Hotels mobilfreundliche Websites haben.

 

Coworking: Das Homeoffice wurde 2020 salonfähig, 2021 steigt der Bedarf an Coworking-Möglichkeiten in Hotels. Wer das Umfeld dafür schafft, kann neue Gäste ansprechen, wie der Hotelriese Accor, der 2019 die Coworking-Marke „Wojo“ ins Leben gerufen hat.

 

Fleischlose Alternativen: F&B-Manager bedienen den veganen Trend, wenn sie auf der Speisekarte eine fleischlose Option anbieten. Beyond Meat bleibt die beliebteste Marke für Fleischalternativen.

 

Mobiler Concierge: Reservierungen und Bestellungen über das Smartphone sind stark im Kommen. Der nächste Schritt sind Infos zu Hotel und Umgebung plus Buchungen für Touren via Handy.

 

Grab & Go: Was im Englischen in etwa „Schnaps’s dir im Vorbeigehen“ meint, ist eine Art Selbstbedienungsladen in der Lobby. Dort könnten Gäste Speisen und Getränke an einer Selbstkassa kaufen. Das spart Personalkosten und erfüllt gleichzeitig Gästewünsche.

 

Staycation: Der Urlaub in der eigenen Stadt, die sogenannte Staycation, hat das Potenzial zum neuen Trend. Beim Marketing kann es sich lohnen, im nahen Umkreis zu bleiben.

1. Sicherheit und Sauberkeit stehen an erster Stelle

Die Corona-Krise fordert von Hotels höchste Ansprüche in Sachen Sicherheit und Sauberkeit. Wer Gästen Ängste und Unsicherheiten nehmen möchte, hebt das Niveau der Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen 2021 nochmal an. Nur dann erlebt der Kunde einen unbeschwerten Aufenthalt. Wichtig ist Transparenz: Gäste wollen wissen, welche Maßnahmen gesetzt werden. Hoteliers können gerne protzen, statt sich bescheiden zurückzuhalten: Sagen, zeigen und erklären Sie, was Ihr Hygienekonzept ausmacht.

2. Kreative Lösungen sind gefragter denn je

Die Hotellerie muss mehr denn je wandlungsfähig sein. Das Jahr 2020 hat gezeigt, dass jene Betriebe Gewinner waren, die krea-
tiv und flexibel waren. Kunden wissen zu schätzen, wenn ein Hotel über sich hinauswächst, sprichwörtlich. So konnten jene Häuser reüssieren, die umgedacht haben: Hotels, die Coworking Spaces oder Serviced Apartments angeboten oder ihre Räumlichkeiten als Notkrankenhaus oder Notunterkunft für Obdachlose zur Verfügung gestellt haben. 

3. Grüne Hotels sind auf dem Vormarsch

Grüne Hotels mit einem nachhaltigen Fokus werden 2021 weiterhin gefragt sein. Hier geht es längst nicht nur darum, Handtücher weniger häufig zu waschen. Der Kunde von heute erwartet kreativere Maßnahmen in Sachen Umwelt- und Planetenschutz. Green Travelers wollen in Hotels übernachten, die Nachhaltigkeit in ihrem Geschäftsmodell authentisch verankern. Das geht von grünen Zertifizierungen über nachhaltiges Handeln in der Küche bis hin zu Solarenergie, Elektromobilität und CO2- und Plastik-Vermeidung. Der größte Trend 2021 wird die sogenannte „Green Option“ sein, also das Abbestellen der Zimmerreinigung.

4. Lokale Kooperationen holen Kunden

Der grüne und faire Gedanke zieht sich 2021 weiter in die Infrastruktur rund um ein Hotel. Gefragt sind Kooperationen mit lokalen Landwirten und Produzenten, die nicht nur auf der Speisekarte zu finden sind, sondern im Betrieb. So werden nicht nur regionale Lebensmittel geliefert, sondern auch Möbel oder Hygieneprodukte von Produzenten aus der Umgebung. Durch Kooperationen kreieren Sie ein grünes Netzwerk, von dem nicht nur Gäste, sondern ganze Regionen profitieren. 

5. Digitale Hotellösungen sind stärker gefragt

2020 war das Jahr, in dem die Pandemie kam und die Welt digitaler wurde. Weil Menschen sich nicht sehen konnten, verlagerte sich der Dialog auf die digitale Ebene. Dieser Trend zieht sich auch in die Hotellerie. Ob In-Room-Tablets, WhatsApp-Services oder eine eigene Hotel-App: Viele Kunden wünschen sich eine digitale Rundum-Betreuung, die beim Online-Check-in startet und in weitere kontaktlose Prozesse übergeht, zum Beispiel die Bestellung des Zimmerservice auf Knopfdruck.

6. Eine faire Corona-Politik bleibt 2021 wichtig

Die Unsicherheit, die unter Gästen vorherrscht, was das Reisen betrifft, hat einen Einfluss auf die Reisegestaltung. Gebucht wird heute dort, wo es eine gute Corona-Politik gibt. Hoteliers müssen deshalb 2021 besonders flexibel sein und faire Stornobedingungen bieten. Nur wenn der Kunde weiß, dass er auf keinen Kosten sitzenbleibt, sollte ein neuer Lockdown kommen, wird er mit gutem Gewissen buchen. 

7. Smart Rooms

Das Jahr 2020 hat uns digitaler denken lassen. In der Hotellerie bringt das einen Schub für sogenannte Smart Rooms, die „intelligenten Hotelzimmer“. Vom Zimmerschlüssel auf dem Smartphone über Zugriff auf Streaming-Dienste und Temperaturregelung per Fingertipp bis zu sprachaktivierten Steuerungen erleichtern Smart Rooms den Aufenthalt der Gäste. Kleine Schritte mit großer Wirkung: Fernseher, die Netflix-tauglich sind, USB-Anschlüsse und Tools zum kabellosen Laden von Smartphones. 

 

 

Noch immer im Trend! Das waren die Hoteltrends von 2020

Noch vor der Covid-Pandemie hat die Redaktion der ÖGZ die rends von 2020 ausgemacht. Es ging um: Noch mehr Technik am Zimmer, Wohnzimmeratmosphäre, weniger Plastik, mehr Nachhaltigkeit, weniger Housekeeping, digitaler Check-in. Trends, die geblieben sind. 

Intelligente Sensoren 

Bei den futuristischen Trends sticht einer besonders hervor. Erste Hotels setzen Sensoren zum Beispiel in Minibars ein, um sich gegen falsche Angaben von Hotelgästen beim Check-out zu schützen. Die Idee ist nach oben offen – und kann beispielsweise in der Nacht den Fußboden im Zimmer beleuchten, sobald jemand aufsteht, oder aber via Sensoren erfassen, wann ein Hotelgast das Zimmer verlässt. Implementiert sind solche Infrarotsensoren derzeit etwa in den USA, zum Beispiel im „Hotel 1000“ in Seattle.

Nachhaltigkeit 2.0

Ob kontrollierter Wasserverbrauch durch langsam fließende Duschköpfe, organisierte Abfallentsorgung mit Mülltrennung in den Hotelzimmern oder Bewegungssensoren, die den Strom abschalten, sobald für einen bestimmten Zeitraum keine Bewegung erkannt wird: Gelebte Nachhaltigkeit wird Gästen immer wichtiger. Federführend agiert Wikinger Reisen: Das Unternehmen entwickelt zusammen mit dem WWF einen Leitfaden für Hotels, Veranstalter und Touristen, der helfen soll, realistische Konzepte zu erarbeiten und notwendige Maßnahmen gezielt einzuleiten und dauerhaft zu verfolgen.

Plastikfreiheit

Hier geht es nicht nur um offensichtliche Produkte wie Strohhalme oder Plastikbecher, sondern vor allem um Einweg-Toilettenartikel. Der grünste Bundesstaat der USA setzt den ersten Schritt: Kalifor-
nien verbietet ab sofort EinwegToilettenartikel aus Kunststoff. Viele Hotels machen bereits mit, so will z. B. Marriott International künftig Shampoo, Conditioner und Duschgel nur noch in größeren recycelbaren Dosierflaschen mit Pump-Verschluss zur Verfügung stellen.

Flexibles Housekeeping

Immer mehr Hotels bieten ihren Gästen an, den täglichen Reinigungsservice optional zu wählen, um Ressourcen zu schonen und Unsinnigkeiten wie täglich ausgewechselte Handtücher zu vermeiden. Federführend geht der Hotelriese Starwood an das Thema heran. Bei dem eigens kreierten „Make A Green Choice“-Programm können Hotelgäste Rabatte und Treuepunkte sammeln, wenn sie das Housekeeping canceln.

Hometels

Heimat statt Hotels: Anonyme Hotelzimmer haben ausgedient, jetzt geht es immer mehr um Individualität, Persönlichkeit und das Gefühl für Hotelgäste, nach Hause zu kommen, obwohl sie in einem Hotel einchecken. Unter dem Schlagwort „Hometels“ versteht man Häuser, die dieses Heimatgefühl vermitteln, zum Beispiel mit einer gemütlichen Wohnzimmer-Atmosphäre statt kühlem Lobby-Feeling, wie es beispielsweise die Henri Hotels machen, die junge Expansionsmarke der DSR Hotel Holding.

Digitaler Check-in 

Der digitale Meldeschein erleichtert allen Beteiligten den Check-in und auch das Auschecken. Ein Paradebeispiel ist die Azimut-Hotelkette. Gäste können per E-Mail pre-einchecken, erhalten einen Barcode und scannen diesen vor Ort im Hotel ein. Dadurch wird eine digitale Schlüsselkarte kreiert, mit der Gäste das Zimmer öffnen können. Die Rechnung bekommen sie aufs Handy, mit dem sie auch zahlen können.

Autor/in:
Jasmin Kreulitsch
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