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Das Wunschbild vom Nachwuchs

02.08.2006

Bereits zum 3. Mal führte Gastro­ Jobs gemeinsam mit der Internetplattform tourismusausbildung.at im Rahmen einer Ausbildungskooperation eine Studie zur touristischen Ausbildung in Österreich durch. An der aktuellen Online-Studie nahmen mehr als 200 TourismusexpertInnen teil, wobei der hohe Anteil von mehr als 43% Eigentümern/Geschäftsinhabern sowie 34% Management/Direktion auffällt.

Die Schwerpunkte der Befragung konzentrierten sich dabei auf die aktuelle Ausbildungssituation im Tourismus in Österreich, eine Bewertung der Vor-Nachteile der einzelnen Ausbildungsebenen, eine Einschätzung, welche Berufsfelder und Karrieremöglichkeiten für die einzelnen Ausbildungsebenen relevant sind und eine Evaluierung der betrieblichen Weiterbildungssituation.
Richtig qualifiziert?
Der erste Befragungsschwerpunkt konzentrierte sich auf allgemeine Aussagen zur heimischen Tourismusausbildung. Fast 30% der befragten TouristikerInnen gaben an, dass es in Österreich bereits „zu viele“ Ausbildungsmöglichkeiten im Tourismus gebe. Das scheint besonders ein Problem für urbane Ausbildungsstätten zu sein: 53% meinten hier, dass „die Ausbildungen zu ähnlich sind und eine Einschätzung der AbsolventInnen schwer sei“. Besonders für die Tourismusschulen, die insgesamt als zu gastronomie/hotellerielastig bewertet wurden, bedeutet das, dass eine Schärfung des inhaltlichen Profils über eigene regional abgestimmte Ausbildungsschwerpunkte (z. B. Städtetourismus und Eventmanagement) immer wichtiger wird (Details dazu in einer der nächsten Ausgaben).
Auch der Trend zur tertiären Weiterbildung wurde deutlich: 94% der befragten ExpertInnen meinten, dass „für Managementaufgaben im Tourismus eine tertiäre Ausbildung immer wichtiger wird“. Gefragt in leitenden Positionen sind in Zukunft also verstärkt AbsolventInnen von touristischen Fachhochschulen und universitären Studienrichtungen. Hier wird es laut Meinung der TouristikerInnen zu einem weiteren Verdrängungswettbewerb auf Kosten der fünfjährigen Tourismusschulen, der Tourismuskollegs und Universitätslehrgänge kommen. Insgesamt bedeutet das aber eine Entwicklung hin zu einem professionellen Tourismus.
Kritisch wird die Weiterbildungssituation im Tourismus betriebsintern gesehen: 79% meinten, dass Weiterbildungsmaßnahmen im Tourismus immer teurer werden, nur 19% stimmten dem nicht zu. Das bestätigt, dass „Training on the Job“ statt externer Weiterbildung und eine verstärkte Schulung von Soft-Skills immer wichtiger werden (Details dazu in einer der nächsten Ausgaben).
Der Aktualität der Ausbildungsinhalte stellt die Studie ein positives Zeugnis aus: Fast 2/3 der ExpertInnen gaben an, dass die Inhalte der Tourismusausbildung aktuell sind. Das wird vor allem auf neue Ausbildungsschwerpunkte an den Schulen und die Einführung der Kurzstudien zurückgeführt.

Eine umfangreiche Gliederung und Beschreibung aller Ausbildungsebenen gibt es unter www.tourismusausbildung.at.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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