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Das www der Touristik

13.04.2005

Zum A &O des Marketings gehört mittlerweile auch das Internet – ein Verkaufsinstrument mit Potenzial.

Durch das Internet hat sich das Informations- und Buchungsverhalten der Reisenden in den letzten Jahren grundlegend verändert.
Früher führte der Weg zu Beginn der Urlaubsplanung zuerst einmal ins Reisebüro. Es hieß Kataloge ausfassen, um diese dann Seite für Seite nach dem passenden Urlaubsziel zu durchforsten. Doch die Zahl derer, die sich zu Beginn der Reiseplanung im Internet schlau machen, steigt kontinuierlich. Viele der Internetsurfer schauen dann zwecks Detailinformation und Buchung im Reisesbüro vorbei, doch der Weg von der Internetinformation zur Online-Buchung ist nicht sehr weit.
Mehr Informierer als Bucher
Laut der Reiseanalyse 2005 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e. V. (F.U.R), die sich auf den Reisemarkt in Deutschland bezieht, stieg die Nutzung des Internets als Informationsquelle bei den gebuchten Reisen in den Jahren 2000 bis 2004 von 6 auf 19 Prozent. Vor vier Jahren nutzten erst 15 Prozent der Deutschen – gemessen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland – das Internet zur Urlaubsplanung, heute sind es über 33 Prozent. Wenn man bedenkt, dass mit 53 Prozent mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren Zugang zum Internet haben, sind das Werte mit hohem Potential. Die Zahl der „Internetbucher“ liegt zwar noch deutlich unter dem der „Internetinformierer“, doch auch hier zeigt die Kurve steil nach oben. Das amerikanische Forschungsinstitut PhoCus Wright prognostiziert, dass der Online-Umsatz des europäischen Reisemarktes von 19,2 Millarden Euro (2004) im heurigen Jahr auf 28,6 Milliarden Euro anwachsen wird. Nächstes Jahr sollen es sogar schon 41,6 Milliarden Euro sein.
Pionierarbeit der Fluglinien
Die Nase vorne in diesem Marktsegment hat Großbritannien, wo derzeit 43 Prozent der europäischen Online-Umsätze getätigt werden. Gründe dafür sind unter anderem die höhere Internetakzeptanz und die längere Präsenz von Low-Cost-Carrieren. Doch PhoCus Wright rechnet mit einem starken Wachstum in den restlichen Märkten Europas. So soll der Online-Umsatz in Deutschland 2006 schon 20 Prozent des Volumens ausmachen. Auch Österreich wird kräftig zulegen. Dank der Pionierarbeit der Low-Cost-Carrier im Onlinegeschäft, verlieren auch Herr und Frau Österreicher mehr und mehr die Scheu vor dem Internet. Das heimische Flugunternehmen Fly Niki verkauft immerhin schon 84 Prozent der Tickets über das WorldWideWeb.

Auch die Internetseiten der Tourismusplattform Tiscover, die seinen Hauptsitz in Innsbruck hat, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. So verzeichnete das Tiscover Datacenter am 24. Jänner dieses Jahres mit zwei Millionen Zugriffen ein neues Rekordergebnis. Doch auch die Online-Buchungen boomen. Im vorigen Jahr konnten die Zahl gegenüber 2003 um 80 Prozent verbessert werden. Für Konrad Plankensteiner, Vorstandssprecher von Tiscover, eine logische Entwicklung, denn „die Konsumenten orientieren sich einfach immer mehr nach buchbaren Angeboten“.
Vom Computer zum Handy
Verkaufsunterstützend war sicherlich die sukzessive Erweiterung des Angebots. Nach Österreich, wo man bald mit einer touristischen Wertschöpfung von 400 – 500 Millionen Euro rechnet, wurden in den letzten Jahren Leistungsträger in Deutschland, Schweiz, Italien, Großbritannien und Südafrika aufgenommen. Seit März punktet Tiscover mit einer weiteren Neuerung: Jetzt machen Image- und Reisevideos noch mehr Lust auf Urlaub. Noch einen Schritt wei-ter geht die Innsbrucker Mediengruppe feratel. Wie feratel-Vorstand Markus Schröcksnadel berichtet, investiert das Unternehmen bis zu 450.000 Euro in die Entwicklung von mobilen Anwendungen im Tourismusbereich, wie beispielsweise das Abrufen von Hotelzimmerverfügbarkeiten oder von Panorama-Kamerabildern via Mobiltelefon. Doch wo auch immer die Reise hingeht, im technischen Sinne, gibt es für den Verkaufserfolg im elektronischen Datenhighway ein paar Details zu beachten. Wilfried Kropp, Österreich-Geschäftsführer des globalen Vertriebssystems Amadeus, ist davon überzeugt, dass viele Produkte für die bessere Buchbarkeit einfacher aufgebaut sein sollten. Als Beispiel für eine sehr gute Struktur nennt Kropp die Angebote im Last-Minute-Bereich. Auch Ad Verschnoor, Director Travel and Transport der Capgemini Group, rät dazu die Multimediaangebote „simple and stupid“ zu halten. Thomas Helbing, Vorstand der Firma Ray Sono, unterstrich dafür beim Kongress „Tourism Technologies“ auf der ITB in Berlin, wie wichtig es ist, auf der Website gezielt auf das spezifische Zielgruppenpublikum einzugehen. Einig sind sich die Experten bei der Zukunftsprognose: Es wird in der Touristik ein starkes Umsatzwachstum im Internet geben.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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