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David(s) Stern ging auf

31.05.2007

Mir erscheint es als geradezu absurdes Signal, wenn unter dem Motto ‚Junge Wilde‘ der Kochberuf als einziger Event dargestellt wird, wo rund um die Uhr der Beat hämmert und Partystimmung herrscht“, warnt 4-Hauben-Koch Rudi Obauer vor falschen Signalen in der Küchenkultur.

Gratulierten dem Newcomer des Jahres 2007, Alexander David (2. v. r.): Joachim Gradwohl/Meinl am Graben, Mag. Andreas Dialer/Uncle Ben’s, Walter Eselböck/Taubenkobel, Karl ­Hohenlohe/Gault Millau (v. l.)

Der von Gault Millau und Uncle Ben’s veranstaltete Wettbewerb um den „Newcomer des Jahres“ läuft freilich nicht Gefahr, auf die­se schiefe Bahn zu geraten.
Das Wettkochen, das sich in den vergangenen Jahren zu einer echten Talenteschmiede entwickelt hat, präsentiert sich zum zehnjährigen Jubiläum in einem neuen Kleid. So ging die Veranstaltung wie immer im Wiener Grand Hotel, dieses Mal jedoch im besonders würdigen Rahmen des Ballsaals, über die Bühne.

All-Stars-Team
Als Juroren konnte das Gault-Millau-Team mit dem Who’s who der österreichischen Top-Küche aufwarten. Neben Rudi und Karl Obauer wickelten Johanna Maier und Walter Eselböck die Vorauswahl unter rund 35 Bewerbern ab. Ihre drei Favoriten stellten sich dann dem Urteil von Sissy Sonnleitner, Martin Sieberer, Klaus Fleischhaker, Reinhard Gerer, Jörg Wörther, Heinz Hannah, Sohyi Kim, Gerhard Fuchs, diverser Feinschmecker des Jahres und Journalisten. Darüber hinaus konnte Moderator Heinz Marecek noch Dutzende Gäste begrüßen, die den Wettbewerb gespannt verfolgten.
Bewertet wurden je eine Vor-,Haupt- und Nachspeise nach den Kriterien Geschmack, Präsentation und Professionalität der Zubereitung. Und die Juroren kamen zu einem klaren Urteil: Newcomer des Jahres ist der 28-jährige Alexander David, seit 2005 als Chef de Partie im Meinl am Graben im Einsatz. Sein Siegermenü:
– In Kräuteröl pochierter Saibling mit Spargel-Rhabarberragout
– Glacierte Hühnerbrust mit Filoteigtaschen und Sellerie
– Soufflierte Schokoladentarte mit Joghurteis und Marillen

Alexander David wurde 1979 in Wien geboren. Seine bisherigen Ausbildungsstationen führten ihn u. a. zu den 3 Husaren, den Demel in Wien bzw. ins Hotel Tennerhof in Kitzbühel. „Mein Ziel ist, einfach gutes Essen zuzubereiten und immer wieder neue Sachen auszuprobieren“, erklärt er. Und genau dieses „Ausprobieren“ ist auch das Geheimnis seines Erfolges. „Oft, wenn ich etwas Neues versuche, hole ich mir Ideen von anderen Köchen und probiere dann selbst so lange die Zubereitung, bis sie mir gelingt und ich zufrieden bin. Das hat sehr viel mit Gefühl, aber auch mit Selbstkritik zu tun“, äußert er sich nachdenklich.
Nicht zu vergessen aber auch die Zweit- und Drittplazierten des Bewerbes: Rang zwei ging an Christian Dorfer vom neu eröffneten Restaurant Gwandhaus in Salzburg. Dritter wurde David Senger/A Capella Schloss Velden.
Der Newcomer-Bewerb ist mittlerweile eine etablierte Institution und Kreativitätsschmiede in der heimischen Gourmetszene. Die ambitionierten Nachwuchstalente, die nicht älter als 29 Jahre sein dürfen, erkochen sich ihre Teilnahme am Finale an den Herden der österreichischen 4-Hauben-Köche Johanna Maier, Walter Eselböck und Rudi & Karl Obauer.

Jubiläum mit Neuerungen
Für das 10-jährige Jubiläum haben sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen lassen. Erstmals konnte die Jury den jungen Köchen bei der Zubereitung über die Schulter und in die Töpfe schauen. Der Koch-Event fand traditionellerweise im Wiener Grand Hotel statt. Doch diesmal nicht wie bisher in der Küche des „Le Ciel“, sondern in einer eigens eingerichteten Schauküche im Ballsaal des Grand Hotels. Damit hatte die prominente Jury die Möglichkeit, nicht nur den kulinarischen Genuss zu werten, sondern erstmals auch die Professionalität in der Zubereitung und die Performance der Köche. Wie schon bisher konnte jeder Finalist zwei Personen aus seinem eigenen eingespielten Küchenteam mitbringen. Die Regeln des Newcomers sind an jene von internationalen Wettbewerben wie dem Bocuse D’Or angepasst. Mastermind für die Organisation des Abend-Events war Küchenchef Siegfried Pucher vom Grand Hotel, der auch heuer wieder für den reibungslosen Ablauf sorgte.
Die Veranstalter Karl & Martina Hohenlohe von Gault Millau und Mag. Andreas Dialer von Uncle Ben’s konnten zu Recht stolz sein auf das Niveau des Jubiläums-Wettbewerbs, der in der Branche allgemein als Gradmesser für die künftige Qualität der heimischen Gastronomie angesehen wird. Andreas Dialer: „Wer den Sprung ins Finale des ‚Uncle Ben’s Newcomer des Jahres‘ schafft, kocht bereits in der Oberliga der heimischen Nachwuchs-Spitzenköche.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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