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"Dekolleté-Verbot": Gastronomie mahnt realistische Vorschriften ein

03.08.2005

Das Thema "Dekolleté-Verbot im Schanigarten?" wird derzeit - durch hübsche Fotos optisch aufbereitet - in den Medien diskutiert. In den Beiträgen, die sich mit diesem Thema befassen, wird auf einen Richtlinienvorschlag der EU verwiesen, wonach alle Personen, die im Freien arbeiten, sich künftig vor Sonne schützen müssen.

Was steckt nun tatsächlich hinter diesem hochsommerlichen
"Aufreger?" Bereits seit längerer Zeit wird auf EU-Ebene zwischen Rat
und EU-Parlament über einen "Richtlinienvorschlag zur optischen
Strahlung" diskutiert. Ob oder in welcher Form es tatsächlich zu
einer solchen Richtlinie kommen könnte, ist aber derzeit noch völlig
offen.

Die Wirtschaftskammer Österreich hat sich bereits im Sommer des
Vorjahres (Stellungnahme von 12. August 2004) kritisch zu diesem
Vorhaben geäußert und bezweifelt, dass dafür eine Notwendigkeit
besteht.

Der Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ, Helmut
Hinterleitner, stellt dazu heute, Dienstag, in einer Aussendung fest,
dass die Wirtschaft für sinnvolle Maßnahmen und Mindestvorschriften
zum Schutz der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen eintritt.
Allerdings müssten die Vorschriften praktikabel sein. "Schutz ja,
aber es kommt auf die konkrete Ausgestaltung und Anwendbarkeit in der
Praxis an. Übertriebene und unvernünftige Regelungen lehnen wir ab.
Es kann ja nicht so ablaufen, wie es heute in etlichen Medien
überspitzt dargestellt wurde", betont der Sprecher der heimischen
Gastronomie-Betriebe.

Wie Hinterleitner erklärt, gebe es derzeit den Entwurf einer
Empfehlung für die zweite Lesung im EU-Parlament, der in vielen
Punkten noch offen ist. Grundsätzlich wird darin unterschieden
zwischen "optischen Strahlungen" aus künstlichen und natürlichen
Quellen (Sonne). Was die natürlichen Quellen angeht, sollen
Präventivmaßnahmen, vor allem verstärkte Informationen an die
Mitarbeiter, gesetzt werden. "Von einem Dekolleté -Verbot ist
allerdings auch bei überspitzter Auslegung nichts zu finden", gibt
Hinterleitner Entwarnung.

Generell kritisch steht Hinterleitner allerdings der Tatsache
gegenüber, dass aus Brüssel immer wieder Vorschriften oder Vorschläge
kommen, die übertriebene Einschränkungen enthalten. Dies reiche von
einem angedachten totalen Rauchverbot über Werbebeschränkungen bis
eben zu dem aktuellen Beispiel der "optischen Strahlung", wo nach
Meinung Hinterleitners im Fall des Falles auch eine Sonnencreme eine
sinnvolle Gegenmaßnahme wäre.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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