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Dem „grenzenlosen“ Erfolg 2004 folgt 2006 „Kohle und Dampf“

14.01.2005

Vor wenigen Wochen endete mit 302.143 Besuchern die erste grenzüberschreitende Bayrisch-Oberösterreichische Landesausstellung.

Mit Rang 8 in der Bestenliste zählt sie in der nunmehr fast 40-jährigen Geschichte dieser Kulturveranstaltungen und vor allem in quantitativer Hinsicht zu den erfolgreichsten. Die von der Landeskulturdirektion während der gesamten Ausstellungsdauer durchgeführte Besucherstromanalyse ergab für die oberösterreichischen Landesausstellungsorte Schärding und Reichersberg 70% österreichischer und 30% deutscher Gäste. Was die österreichischen Besucher betrifft, kamen 70% aus Oberösterreich, 15% aus Wien und ebenso viele aus Niederösterreich, Salzburg und aus dem unteren Inntal zwischen Kufstein und Innsbruck. Das beweist, dass sich Menschen am Inn beiderseits des Flusses durch das Thema „grenzenlos“ angesprochen fühlten, auch in Tirol. Touristisch gesehen gelang es den beiden an der Landesausstellung beteiligten Ländern, Oberösterreich und Bayern, sich beim jeweiligen Nachbarn als attraktives Ausflugsziel zu positionieren. Das schlug sich auch in den Nächtigungszahlen zu Buche.

Die Tourismusregion „s´Innviertel“ hatte ein Gästeplus von 6,5% zu verzeichnen. Aus der erfolgreichen Landesausstellung kann daher mit einer Gesamtwertschöpfung von etwa 20 Mio. Euro gerechnet werden.
2006 – das Jahr für Bergbau- und Eisenbahnfreunde
Kein Ausruhen auf den Lorbeeren gibt es allerdings in Oberösterreich für die Kulturverantwortlichen. Eine erste Broschüre für die oberösterreichische Landesausstellung 2006 in Ampflwang im Hausruck liegt bereits vor und besagt, dass das Thema „Kohle und Dampf“ sehr viele Bergbau- und Eisenbahnfreunde aus dem In- und Ausland ansprechen wird. Das beweisen uns die vielen Fahrgäste und Stationsbesucher, wenn irgendwo Oldtimer-Züge durchs Land dampfen.
Das wissenschaftliche Konzept zu dieser Landesausstellung wird von DI Anita Kuisle vom Büro für Technikgeschichte in München realisiert. Kuisle, die unter anderem bei der Neugestaltung des Technischen Museums in Wien mitgewirkt hat, verfügt über langjährige Ausstellungserfahrungen als Kuratorin am Deutschen Museum in München.
Die Landesausstellung beginnt im früheren Badhaus. Vorbei an einem als Bergbau- und Eisenbahnerlebniswelt gestalteten Spielplatz führt der Rundgang zum Hauptausstellungsgebäude, der ehemaligen Sortieranlage auf dem Obertagsgelände mit bis zu fünf Stockwerken. Dieses nach oben zu gestaffelte Gebäude wurde im Jahre 1921 errichtet und zählt zu den ersten oberösterreichischen Stahlbetonbauten. Auch heute noch strahlt dieses singuläre Industriedenkmal die Atmosphäre einer industriellen Nutzung aus.
In Ampflwang feiert man 2006 mit dieser Ausstellung auch das Jubiläum des ersten Stollenanschlags vor genau 100 Jahren, durch den der Braunkohlenabbau zum damals dominierenden Wirtschaftsfaktor wurde. Eng damit verbunden war natürlich die Eisenbahn, denn die Ampflwanger Kohle wurde per Bahn ins Kraftwerk Timelkam gebracht. Züge mit alten Dampf- und Dieselloks, Personenwagen und Kohlenwaggons werden während der Landesausstellung diese Strecke täglich für die Besucher befahren. Auch das originale Heizhaus ist mit eingebunden.

Braunkohlebrecher
Bergbaulich wichtige Exponate sind weiters die drei Brecher, in denen die zu Tage geförderte Kohle in kleine Stücke gebrochen wird. Vor allem der Brecher Hübl ist wegen seines fast vollständig erhaltenen Inventars als begehbares montanhistorisches Denkmal von besonderer Bedeutung. Ein eigens angelegter Denkmalpfad führt an all diesen bergbaulichen Exponaten vorbei. Daneben wird es auch einen speziellen Kinderpfad geben.

Historische Dampfloks
Seit 1996 hat die Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG) in Ampflwang ihr Zentraldepot und ihre Werkstätten. Auf dem Gelände der ÖGEG sind historische Dampfloks zu sehen, wie sie seinerzeit im Kohlenrevier im Einsatz waren. Auch Führerstandsmitfahrten kann der Besucher genießen. Bereits jetzt bestehende montanhistorische Denkmäler in der Region werden entsprechend beschriftet und auf der Homepage sowie in einem Regionalmedium, das gemeinsam mit den Tourismusverantwortlichen und dem Regionalmanagement Hausruck herausgegeben wird, präsentiert. Geplant ist auch eine Kooperation der örtlichen und regionalen Beherbergungsbetriebe im Hausruck, ebenso eine Wirtekooperation.
Gesucht werden noch Freunde, Förderer und Partner für die ideelle Verankerung und für die materielle Unterstützung des Projektes. Infos unter 0732/77 20-15658 oder reinhold.kraeter@ooe.gv.at und 07 32/77 20-14369 oder roland.pichlbauer@ ooe.gv.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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