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Dem Most sein hipper Sohn wird flügge

14.04.2020

International wächst die Bandbreite der Kategorie Cider enorm. Hierzulande hält man lieber am „gelernten“ Mostobst Apfel und Birne fest. Doch Prickeln erzeugen auch die heimischen Cider immer stärker.

Weltkarriere macht man als „Apfelperlwein teilvergoren“ eher nicht. Doch so kennt man die Methode hinter einem Renner der internationalen Getränkeszene. Was anderswo der beliebte Cider ist, steht hierzulande in der Obstweinverordnung und kann – man staunt, weil es niemand macht – von Gesetz wegen sogar „Zider“ genannt werden in Österreich. Geregelt ist dafür die Herstellung und der zulässige Druck von 2,5 bar. Anders als beim Most wird die Kohlensäure bei der Vergärung beibehalten, dafür aber nur ein Teil des Zuckers von Apfel und/oder Birnen vergoren. 

Balance

Doch wichtiger als diese technischen Parameter des Ciders ist, was sie sensorisch bedeuten. Die Restsüße ist dem Verfahren also innewohnend, ihr sollte aber auch eine druckvolle Kohlensäure entgegenstehen – diese Gratwanderung zeichnet die reinsortigen Ciders aus. Denn im Grunde geht es um Erfrischungsgetränke mit fruchtigem, aber nicht süßem Charakter. Vor allem für die neuen, aromatisierten Varianten, die die Geschmackspalette um Beeren, Tropenfrüchte, Holunder oder auch Kiwi erweitern, ist diese Balance wesentlich. 

Denn die Hochburg des Ciders ist Nordeuropa samt Großbritannien – und dort hat man in der Regel säuerliche Apfelsorten als Getränke-Basis. Zitrusnoten, auf die das Kostquartett der ÖGZ bei seiner Cider-Verkostung immer wieder stieß, sind also ein gutes Zeichen. Sie stehen für trockene Fruchtaromatik und erhöhen andererseits die „Drinkability“, also die Lust auf das zweite Glas (siehe dazu auch unsere Geschichte auf Seite 37!). So wie man sich das als Gastronom für seine Gäste wünscht!

Die ÖGZ-Sieger

Apfel-Sprudel

Stassen: Süß-saures Spiel brachte ÖGZ-Gold  

Der exquisite, perlende Cider in Premium-Qualität wird in der vierten Generation handwerklich in Belgien hergestellt. Die Stassen Cidrerie glaubt, dass das Leben schöner ist, wenn das Beste aus der Natur mit einer Leidenschaft behandelt wird, die es verdient.

Reifer mostiger Apfel legt fruchtig vor, Rosinen und Kardamom ergänzen die Duftnoten. Druckvolle Kohlensäure am Gaumen, gedünstete Äpfel und Zimtrinde machen Laune. Die Säure ist präsent und sorgt mit der beachtlichen Länge für einen Parade-Cider.

Stassen // Cider Brut / 7,4 % / NK Importeur: www.brauunion.at

 

Apfel-Sprudel
Lager-Apferl

Sommersby: Knackfrischer Cider holt sich Gold

mersby Apple Cider“ wird mit ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen aus echtem, fermentiertem Apfelsaft hergestellt: „Das schmeckt man auch im Glas, denn nur ,Somersby‘ bietet das perfekte Zusammenspiel aus Süße und Säure.“

Lederapfel und reifer Golden Delicious stecken die Linie im Duft ab. Dazu kommt ein Hauch von Zimt-
rinde, der am Gaumen zugunsten Gelber Äpfel zurücksteckt. Limettenzesten und Alpenkräuter verleihen ihm einen „säurigen Biss bis in den Nachhall hinein“! 

Sommersby // Sommersby Apple Sparkling Cider / 4,5 % / KK / Importeur: www.brandzup.at

 

Lager-Apferl

 

Autor/in:
Roland Graf
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